Kompromiss mit neuem Standort ist möglich 

Obelisk in Kassel: Die Entscheidung soll am Montag fallen

Kassel. Am Montag soll die monatelange Kontroverse um das documenta-Kunstwerk beendet werden. In der Sitzung der Stadtverordneten (ab 16 Uhr im Rathaus) steht der Beschluss über den Verbleib und Standort des Obelisken von Oli Oguibe an.

Gleich mehrere Anträge liegen dazu vor. Für das Kunstwerk schien schon gar keine politische Mehrheit in Kassel mehr denkbar zu sein. Nachdem der Künstler aber Ende vergangener Woche erklärte, er bestehe nicht mehr auf den Königsplatz, sondern könne sich den Obelisken auch am Holländischen Platz vorstellen, ist ein Kompromiss möglich. Ob es dafür auch den von einer Mehrheit getragenen Willen gibt, ist noch offen.

Die SPD als größte Fraktion spricht sich nunmehr wieder für den Verbleib des Obelisken in Kassel am Standort Holländischer Platz aus. Allerdings solle er nicht, wie vom Künstler gewünscht, bis zur Fertigstellung des am Hopla geplanten documenta-Instituts auf dem Königsplatz bleiben. Zu einer solchen „Hängepartie“ über Jahre hinweg sei man nicht bereit, betont SPD-Fraktionschef Dr. Günther Schnell. Der Obelisk solle im Sommer am Königsplatz abgebaut und am Holländischen Platz errichtet werden.

Schnell setzt darauf, dass am Montag die Entscheidung fällt. Und er hofft, dass andere Fraktionen den SPD-Vorschlag mittragen. Die Grünen als Koalitionspartner würden den Obelisken aber lieber solange am Königsplatz belassen, bis das documenta-Institut am Hopla fertig ist. Das will die SPD auf keinen Fall.

Die Kasseler Linke spricht sich eigentlich für den Standort Königsplatz aus, könnte aber nach eigenen Angaben auch mit dem vom Künstler gemachten Kompromissvorschlag leben. Von der Fraktion FDP, Freie Wähler und Piraten ist ebenso zu erwarten, dass sie dem Ankauf des Obelisken zustimmt, sicher aber ist das nicht. Für die AfD kommt das nicht in Frage.

Für die CDU übrigens auch nicht. Sie hat am Dienstag den Kompromissvorschlag abgelehnt und kritisiert Kulturdezernentin Susanne Völker. „Frau Völker ist schlecht beraten, wenn sie glaubt, mit einem aus dem Zusammenhang gerissenen Zitat aus einer E-Mail des Künstlers einen vermeintlichen Kompromissvorschlag zur Zukunft des Obelisken durchbringen zu können“, meint CDU-Fraktionschef Dr. Michael von Rüden.

Die CDU jedenfalls werde auf der Grundlage dieses kurzen Auszugs keine Entscheidung für diesen Kompromissvorschlag treffen. Er sei derart unbestimmt, dass auf diesem Umweg der Königsplatz zu einem Dauerzustand werden könne, so von Rüden.

Die Christdemokraten bekräftigen ihre Forderung nach Abbau des Obelisken und nach Ende dieser „die Stadt und Stadtgesellschaft entzweienden Diskussion“. Eine Mehrheit für den Verbleib des Obelisken am Holländischen Platz scheint dennoch möglich zu sein. Wirklich sicher ist sie aber nur, wenn die Koalition aus SPD, Grüne und Andreas Ernst den Beschluss trägt.  Archivfotos: Lothar Koch

Rubriklistenbild: © Christina Hein 

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