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Stadt geht in Offensive: Obelisk soll auf den Holländischen Platz

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Von: Florian Hagemann, Werner Fritsch

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Obelisk
Der Obelisk von dem US-Künstler Olu Oguibe auf dem Königsplatz: Inzwischen zeichnet sich ab, dass er vermutlich nicht an diesem Ort mitten in der Kasseler Innenstadt bleiben wird. © Fischer/Archiv

Kassel. Im Ringen um den Verbleib des Obelisken in Kassel gibt es eine neue Entwicklung: Die Dezernenten der Stadt sprechen sich nun für den Holländischen Platz (Hopla) als Standort aus.

Artikel aktualisiert am 4. Mai um 10.59 Uhr - Das bedeutet zugleich: Das documenta-Kunstwerk von Olu Oguibe hat wohl keine Zukunft auf dem Königsplatz. In einer Pressemitteilung der Stadt heißt es, der „alternative Standort biete der Idee des Künstlers noch besser Gewähr, wonach der Obelisk mitten im Leben der Menschen verortet sein soll“.

Nach Ablauf der Spendenaktion soll es nun zu Verhandlungen mit dem Künstler Olu Oguibe kommen. Dabei geht es zunächst darum, ob Oguibe die endgültige Spendensumme als Kaufpreis akzeptiert. Diese beträgt 126 152,27 Euro und wird vonseiten der Stadt auch nicht mehr aufgestockt. Geldbeträge sind dabei von 630 Spendern eingegangen. Ursprünglich hatte der Künstler 600 000 Euro angestrebt. Er signalisierte aber auch, am Ende über die eingegangene Spendensumme als Kaufpreis reden zu wollen.

Erklärt sich Oguibe mit dem Betrag einverstanden, wird es schließlich um den Standort gehen. Zuletzt hatte Oguibe zu verstehen gegeben, dass der Königsplatz unverhandelbar sei. Insofern wird die Frage sein, ob er von dieser Haltung abrückt.

Olu Oguibe
Der Schöpfer des Obelisken: Künstler Olu Oguibe kommt aus Nigeria. © Fischer/Archiv

Dass die Stadt nun einen konkreten neuen Standort in die Diskussion einbringt, überrascht insofern, als dass Kulturdezernentin Susanne Völker am Donnerstagvormittag im Gespräch mit unserer Zeitung noch einen anderen Fahrplan kommunizierte. Demnach sollte erst mit dem Künstler über einen neuen Standort gesprochen werden, bevor ein entsprechender Vorschlag an die Öffentlichkeit dringt. Auch im am späten Nachmittag autorisierten Interview gibt sich Völker durchaus noch zurückhaltend, obwohl die Stadt da schon in die Offensive gegangen war.

In der Pressemitteilung wird neben Völker und Oberbürgermeister Christian Geselle auch Stadtbaurat Christof Nolda zitiert. Er begründet den Vorschlag für einen neuen Standort: „Dabei müssen wir die künstlerische Intention genauso berücksichtigen wie städtebauliche und stadtgestalterische Aspekte.“ Interessant: Nolda gehört den Grünen an, die sich stets für den Standort Königsplatz ausgesprochen haben.

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