Fechterin Sonja Heer ist Präsidentin des Verbandes Historisches Schwertfechten

Die oberste Fechterin

Kassel. Scheinbar mühelos hält die zierliche Frau das Langschwert. Dabei bringt diese historische Waffe 1,2 Kilogramm auf die Waage. Die Frau heißt Sonja Heer, sie ist die oberste Schwertkämpferin in Deutschland. Schon seit dem Jahr 2008 geht die 28-Jährige ihrem etwas ungewöhnlichen Hobby nach. Damals wurde sie von Freunden überredet, mit zum Training zu kommen.

Ihre Leidenschaft für die Sportart historisches Fechten habe sich schnell entwickelt, erzählt Sonja Heer. Bereits 2009 wurde sie Trainerin. Nun wurde Heer zur Präsidentin des neu gegründeten Deutschen Dachverbandes Historischer Fechter (DDHF) gewählt, der sich kürzlich in Melsungen gründete.

Insgesamt gibt es 800 Anhänger des historischen Fechtens, die sich nun in dem Dachverband zusammengeschlossen haben. Ein großer Teil davon ist im Verein Schwertfechten Nordhessen – Verein für traditionelle europäische Kampfkünste – aktiv. Trainingsstandorte hat der Verein in Kassel, Bad Wildungen und Schwalmstadt.

„Durch Ausdauertraining und Bodyweight Fitness kann man sehr gut mithalten.“

Sonja Heer

Eines der 130 Mitglieder in Nordhessen ist Sonja Heer. Sie hofft, dass sich vor allem die Frauen nicht abschrecken lassen, den Weg zum historischen Fechten zu finden. „Durch Ausdauer- und Fitnesstraining kann man sehr gut mithalten“, sagt Sonja Heer. Trotz ihres eher zierlichen Körperbaus habe sie nie Schwierigkeiten gehabt, bei den Wettbewerben zu bestehen, bei den vor allem Männer mitmachen.

Beim historischen Fechten kommen verschiedene Kampfwaffen zum Einsatz, zum Beispiel das lange Messer, die Sichel, das Langschwert und die Fechtfeder. Alle würden gemäß historischen Vorbildern angefertigt, berichtet Sonja Heer. Sie wiegen zwischen 700 und 1200 Gramm. Und „natürlich sind sie stumpf“.

Ist das historische Fechten nicht trotzdem eine gefährliche Sportart? Schließlich messen sich die Fechter mit schwerer Montur und Waffen. Die Antwort von Sonja Heer fällt eindeutig aus: „Nein, zumindest nicht mehr als Fußball oder Basketball.“ Vor ernsthaften Verletzungen schützten klare Regeln und eine Schutzausrüstung.

Da die Schwertkämpfe möglichst so verlaufen sollen wie im Original zu früheren Zeiten, arbeite der Verein viel mit historischen Quellen. Daraus würden sich auch Taktiken und Regeln erklären.

„Das historische Fechten ist eine Sportart im Aufbau“, erklärt Sonja Heer. Deswegen freuen sich die Schwertfechter über neue Mitglieder. Eingeladen fühlen dürfen sich Männer und Frauen ab einem Alter von 16 Jahren. Sie können an einem Probetraining teilnehmen. Das Training für Anfänger findet jeden Freitag ab 20 Uhr auch in den Ferien im Circus Rambazotti, Ludwig-Erhard-Straße, statt. (rax/clm)

Kontakt: Übungsleiter Heiko Meckbach, Tel. 01 57/70 26 83 98, E-Mail: schwertfechten-nordhessen@ t-online.de Internet: www.schwertfechten-nordhessen.de

Von Christine Decker

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