Anwohner gegen Umleitung durch Orte

Oberstes Ziel: B 7 erhalten

Schon heute eng: Die als Autobahn-Umleitungsstrecken vorgesehenen Ortsdurchfahrten von Oberkaufungen (Foto) und Helsa wurden in der Vergangenheit zurückgebaut. Foto: Ketteritzsch

Kaufungen / Helsa / Kassel. Nachdem das Bundesverkehrsministerium am Dienstag grünes Licht für die A-44-Planung im Abschnitt Kassel-Helsa gegeben hat, können die Verhandlungen zwischen den Anrainerkommunen und dem Land Hessen über Details der Pläne beginnen. Dies werde „zeitnah“ geschehen, erklärte Wolfgang Harms, Sprecher von Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne), am Mittwoch auf HNA-Anfrage.

Bei den Gesprächen werden zwei Knackpunkte im Mittelpunkt stehen: die von Hessen Mobil vorgesehene Streichung der Bundesstraße 7 bei Oberkaufungen und der Wegfall des Autobahnanschlusses Kassel-Ost. Die Kommunen Kaufungen, Helsa und Kassel befürchten wegen der Änderungen erhebliche Verkehrsprobleme.

Aber sind diese Knackpunkte überhaupt noch verhandelbar? In Wiesbaden hält man sich zu dieser Frage bedeckt. Bis zum Abschluss des Planfeststellungsverfahrens für den A-44-Abschnitt bestehe grundsätzlich die Möglichkeit zu Änderungen, „wenn sie zum Schutz wichtiger Belange erforderlich sind“, sagte Ministeriumssprecher Harms.

Die HNA hatte wissen wollen, ob die B 7 erhalten werden kann, wenn ein Vorschlag von Landrat Uwe Schmidt (SPD) in die Tat umgesetzt wird. Er hatte angeregt, dass der Landkreis Kassel die Bundesstraße übernehmen könnte. Der Kreistag hat Schmidt bereits im vergangenen Jahr autorisiert, mit Bund und Land über eine derartige Lösung zu verhandeln.

Im Gegenzug müssten Kaufungen und Helsa die heutige Kreisstraße 7 in Gemeinderegie zu übernehmen. Gespräche über Details der Trassenführung müssten nun umgehend beginnen, forderte Landrat Schmidt am Mittwoch. Derweil drängen auch die SPD-Landtagsabgeordneten Timon Gremmels (Niestetal), Uwe Frankenberger und Wolfgang Decker (beide Kassel) auf den Erhalt von B 7 und Anschluss Kassel-Ost. In diesen Punkten müsse nun dringend nachgearbeitet werden, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung.

Hessens früherer Verkehrsminister Florian Rentsch (FDP) lobte die Zustimmung des Bundes für eine ortsferne A-44-Trasse. Seine Bemühungen und die seines Vorgängers Dieter Posch (FDP) für eine derartige Variante hätten Früchte getragen, so der aus Kaufungen stammende Rentsch.

Von Peter Ketteritzsch

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