Kleingartenwettbewerb: Jury war von der Anlage am Mattenberg angetan

Blumenpracht beeindruckte: Jurymitglied Werner Heidemann, Vereinsvorsitzender Hartmut Spohn, Sigrid Kurzidim, Vorsitzende des Landesverbands, und Jurychef Jürgen Sheldon. Fotos: Dilling

Oberzwehren. Als der Jury-Chef des Bundeskleingartenwettbewerbs fast am Ende seines Rundgangs auf der parkähnlichen Anlage am Rand der Kleingärten mit den Blumenrabatten und den Insektenhotels anlangt, hat er offensichtlich Feuer gefangen, ist der permanent herabströmende Regen vergessen: „Altes Paradies, neues Paradies.

Da müsste man mal eine Dokumentation machen“, sagt Jürgen Sheldon zum Vereinsvorsitzenden Hartmut Spohn und fängt spontan zu fachsimpeln an, welche Insekten sich hier am wohlsten fühlen.

Sheldon war schon vor acht Jahren hier, als der Mattenberger Verein anschließend die Silbermedaille im Bundeskleingartenwettbewerb gewann. Er sieht deshalb sofort, wie liebevoll die Oberzwehrener inzwischen ihre Kleingartenanlage mit den 190 Parzellen ausgebaut haben. Sheldon und seine Jurymitglieder sind offensichtlich beeindruckt und guter Laune, trotz des Regens. Für das Fernsehteam schwingt sich der Jury-Chef sogar auf die Seilbahn des großzügigen Spielplatzes. Jury-Mitglied Prof. Gerlinde Krause aus Erfurt fotografiert derweil emsig Kräuter, Blumen, Gemüse und Zierpflanzen in den Gärten. Das helfe, bei der abschließenden Beurteilung die Orientierung zu behalten, sagt sie. Immerhin muss die Kommission 30 Kleingärten im ganzen Bundesgebiet bewerten.

Saubere Wege, schöne Hütten, ordentliche Gemüsebeete. Das gehört zum Pflichtprogramm der Wettbewerber. Für die Kür muss ein Verein mehr bieten, sagt Sheldon. Dazu gehören Engagement und Ideen, wie die Zukunft des Kleingartenwesens gesichert werden kann. In dieser Hinsicht können die Mattenberger ordentlich punkten: Regelmäßig sind Kita-Kinder und Senioren zu Gast, der Verein ist beliebter Gastgeber für Feiern und Versammlungen des Stadtteils. Sheldon ist angetan vom „Garten der Generationen“ des Vereins, in dem Kinder in den Hochbeeten gärtnern. Da blieben sicher einige hängen, die später selbst Kleingärtner würden, sagt der Jury-Chef.

Die Mattenberger, beim Rundgang unterstützt von Vertretern der Stadt und Ortsvorsteher Eberhard Fedon, punkten offensichtlich auch mit ihrer großen Kompostieranlage, die Spohn der Kommission zeigt. Auch die Integration vieler Gartenfreunde mit ausländischen Wurzeln kommt gut an. Spohn ist aber auf kritische Nachfrage auch ehrlich. Vielen dieser Gruppen falle es schwer, sich an die Gartenordnung zu gewöhnen. Am Ende klappe das aber immer, sagt er. Allerdings wollten sich heute junge Familien nicht wie früher Jahrzehnte an einen Garten binden. Trotz Fluktuation sei aber nur ein Garten in der Anlage verwaist.

Die Mattenberger werden mit 32 Mitgliedern am 22. November zur Preisverleihung nach Berlin fahren.

Von Peter Dilling

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