Viel Verkehr in enger Mattenbergstraße in Oberzwehren

Schleichverkehr plagt Anwohner: Ist eine Sackgasse die Lösung?

Vor ihrer Haustür ist es eng, und es gibt viel Verkehr: Gertrud Kühlborn und Jörg Becker mit seinem Sohn Johannes wohne in der Mattenbergstraße. Archiv
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Vor ihrer Haustür ist es eng, und es gibt viel Verkehr: Gertrud Kühlborn und Jörg Becker mit seinem Sohn Johannes wohne in der Mattenbergstraße.

Der Schleichverkehr macht den Anwohnern der Mattenbergstraße in Oberzwehren zu schaffen. Nun schlägt der Ortsbeirat eine Lösung vor - doch bei der Stadt ist man skeptisch.

Oberzwehren – Vorigen Sommer hielt Gertrud Kühlborn einen flammenden Appell im Ortsbeirat von Oberzwehren. Die 87-Jährige beklagte sich über die Verkehrssituation vor ihrer Haustür in der Mattenbergstraße. „Diese Ecke ist so etwas von schlimm. Wir brauchen eine Beruhigung. Das geht so nicht weiter“, sagte Kühlborn damals.

Nun haben sie und andere Anwohner Hoffnung, dass sich etwas ändert. Die 200 Meter lange Passage zwischen Brandgasse und Brückenhofstraße soll eine Sackgasse werden.

Das ist jedenfalls der Wunsch des Ortsbeirats, der laut Ortsvorsteher Philipp Humburg demnächst als Vorschlag für die Stadt formuliert werden soll. „Die Anwohner sind nicht in der Pflicht, den Verkehr auszuhalten. Wir wollen daher die Sackgasse“, sagt der Sozialdemokrat.

Zwar gilt in der Einbahnstraße Tempo 30. Dennoch rasen den ganzen Tag über Autos an ihrer Tür vorbei, klagt nicht nur Kühlborn. Viele Autofahrer nutzen die Mattenbergstraße als Schleichweg, weil auf der Altenbaunaer Straße oft viel Verkehr ist. Für Schulkinder und andere Fußgänger bleibt nur ein schmaler Gehweg. Auch Radfahrer klagen seit Jahren über die Verkehrssituation dort.

Anwohner Jörg Becker ist ebenfalls froh, dass der Ortsbeirat nun einen Vorschlag macht. „Gründe für eine Sackgasse gibt es genug. Die ganze Straße ist sich einig“, sagt der 57-Jährige, dessen Zwillinge im Sommer eingeschult wurden und bislang einen gefährlichen Schulweg haben.

Eine Sackgasse würde die Straße sicherer machen, für die Anwohner weniger Lärm und Gestank bedeuten, aber auch die Bausubstanz erhalten, wie Becker glaubt. Bei einem Ortstermin im Sommer zeigte er auf Risse in Hauswänden – angeblich hervorgerufen vom vielen Verkehr. Becker weiß aber auch, dass es noch ein langer Weg bis zur Sackgasse ist: „Wir können nur warten.“

Auf Anfrage teilt eine Sprecherin der Stadt mit, dass das Wohl der Allgemeinheit zwar eine „Quasi-Sperrung der Mattenbergstraße“ rechtfertigen könnte, etwa das Erholungsbedürfnis der Anwohner. Allerdings wird „derzeit bezweifelt, dass geeignete Voraussetzungen für eine solche Maßnahme vorliegen könnten“.

Bei der Stadt gibt man zu bedenken, dass eine Sackgasse einen Verdrängungseffekt in andere Straßen zur Folge hätte, der berücksichtigt werden müsste. Eine bereits im Sommer angekündigte Verkehrszählung habe wegen fehlender Ressourcen nicht stattfinden können. Sie soll nun spätestens im dritten Quartal nachgeholt werden. (Matthias Lohr)

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