Verschollenes Auto stand auf Firmengelände

Er ist wieder da: Lukas Martin aus Kassel hat den vermissten Polo gefunden

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Wieder zurück: Lukas Martin (rechts) und Wigram Schörck mit dem wiedergefundenen Polo in der Garage in Oberzwehren. Das Fahrzeug war seit Donnerstag im Stadtgebiet verschollen.

Kassel. Ganz Kassel hat ihn gesucht, jetzt ist der silberne Polo von Wigram Schörck wieder da. Gefunden hat ihn ein 19-Jähriger aus Kassel.

Lukas Martin liest am Morgen den Artikel in der HNA. Scherzhaft schickt der 19-Jährige einem Kumpel um 9.55 Uhr eine WhatsApp-Nachricht: „Lust auf einen Spaziergang? Ich will den silbernen Polo finden.“

Gesagt, getan: „Ich habe das Ganze als Herausforderung gesehen“, sagt Martin. Ausgangspunkt sei am Nachmittag die Marien-Apotheke gewesen. Dort hatte sich die 73-jährige Lebensgefährtin von Wigram Schörck nach ihrem plötzlichen Gedächtnisverlust gemeldet.

„Auf Google Maps hab ich mir vorher die Gegend ganz genau angesehen“, erzählt Lukas Martin. Das Gebiet sei auf der einen Seite von der Dönche, auf der anderen Seite von den Schienen begrenzt gewesen. Er sei dann zuerst in Richtung Süden gelaufen, als dann die Straße aber steil anstieg, habe er sich gedacht, hier kann die Frau eigentlich nicht unterwegs gewesen sein – also weiter in eine andere Richtung nach Osten.

Ungefähr 50 Meter Luftlinie von der Apotheke entfernt, direkt an der Korbacher Straße, ist die Firma Fröhlich Fliesen und Baukeramik. Kein Polo beim ersten Blick auf den Firmenparkplatz. Martin entscheidet sich, noch einmal um die Hausecke zu schauen, obwohl sein Kumpel schon längst weiter will. Und dann sieht er ihn – zwischen den anderen Fahrzeugen steht er: der silberne Polo.

„Ich dachte mir, das kann doch gar nicht sein“, sagt der 19-Jährige. Ganz euphorisch hab er dann bei der Polizei angerufen, die Autobesitzer Wigram Schörck verständigte.

„Ich bin natürlich erleichtert, dass das Auto endlich wieder da ist“, sagt der 74-Jährige, der selbst bereits mehrere Tage im Stadtgebiet nach dem Fahrzeug gesucht hat.

Schörcks Lebensgefährtin war am vergangenen Donnerstag mit dem Auto auf dem Weg zur Physiotherapie nach Helleböhn, als sie aufgrund einer beginnenden Demenzerkrankung einen plötzlichen Gedächtnisverlust erlitt. Seitdem wurde der Polo vermisst.

Einen Finderlohn wollte Lukas Martin, der derzeit seinen Bundesfreiwilligendienst bei der Evangelischen Jugend Kassel ableistet, nicht haben. Ein Dankeschön reichte dem 19-Jährigen völlig aus.

Bei der Arbeit hatte er erzählt, dass er sich am Nachmittag auf die Suche nach dem Polo begeben wolle. „Ich bin gespannt auf die Reaktion der Kollegen“, sagt Martin und lacht. Er hat auf jeden Fall sein Tagesziel erreicht und den vermissten silbernen Polo gefunden.

Hier wurde der Polo gefunden:

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