Zum zweiten Mal bei Bundeswettbewerb ausgezeichnet

Goldmedaille für Kleingartenverein Mattenberg

Kinder der Kita Mattenberg gratulieren zur Goldmedaille: Erzieher Thomas Brähle (vorn links) und die stellvertretende Kita-Leiterin Maike Thiele-Hanke (vorn rechts), Louis (von links), Deniz, Svenja, Jusuf, Niklas und Natascha freuen sich mit Iris Spohn (hinten von links), Hartmut Spohn und Maria Lachmann vom Kleingartenverein Mattenberg. Foto: Kothe

Oberzwehren. Die Mattenberger zählen zu den Deutschen Meistern unter den Kleingärtnern. Beim 23. Bundeswettbewerb „Gärten im Städtebau“ ist der Kleingartenverein Mattenberg einer von neun Goldmedaillen-Gewinnern.

30 Kleingartenvereine aus Deutschland haben am Wettbewerb teilgenommen, der unter dem Motto „Gemeinsam gärtnern - gemeinsam wachsen“ stand. Vorsitzender Hartmut Spohn ist stolz: „Bereits zum zweiten Mal haben wir einen Preis mit nach Hause gebracht. 2006 war es die Silbermedaille.“

Die Jury würdigte bei der Preisverleihung in Berlin das beispielhafte Miteinander der Kulturen und Generationen im Kasseler Verein. 67 Prozent der 220 Mitglieder haben einen Migrationshintergrund, viele sind aus osteuropäischen Ländern eingewandert. Das jüngste Mitglied ist gerade mal zwei Jahre alt, das älteste genau 100 Jahre älter. Sie eint eines: die Liebe zur Natur und zum Gärtnern, sodass Sprach- und Altersbarrieren beim Plausch über Obst und Gemüse schnell in Vergessenheit geraten.

„Unser Vorstand sieht seine größte Aufgabe darin, alle Kulturen im Verein unter einen Hut zu bringen und jedem das Gefühl zu geben, bei uns willkommen zu sein“, sagt Spohn. Was ihm besondere Freude mache, sei, dass jeder vom anderen lerne - zum Beispiel kämen so unbekannte Sorten ins Beet und neue Rezepte auf den Tisch.

In einem 340 Quadratmeter großen Generationengarten gärtnern Jung und Alt gemeinsam. Die Kinder der Kindergruppe des Stadtjugendrings und der benachbarten Kita Mattenberg kommen ebenso wie die Senioren des Stiftsheims. Beide Generationen fühlen sich wohl und profitieren voneinander. „Die Senioren treffen sich regelmäßig. Für sie ist unser Garten ein beliebtes Ausflugsziel. Und sie freuen sich, wenn die Kinder da sind“, erzählt Spohn.

Auch für die Kita-Kinder ist der Garten ein Paradies. „Wir nutzen ihn fleißig“, sagen Maike Thiele-Hanke, stellvertretende Kita-Leiterin, und Erzieher Thomas Brähle. Es werde gesät, gepflanzt, gejätet und geerntet. Der Verein stellt das Material zur Verfügung und kümmert sich um die Pflege. Ebenso beliebt: der Kindernaschgarten, in dem es viele Früchte wie Himbeeren, Pflaumen, Äpfel oder Kirschen zu ernten gibt.

Lob von der Jury gab es auch für das Engagement im Naturschutz. Durch die Anlage fließt der Heisebach. „Seine Ufer sind naturbelassen, sodass dort viele Pflanzen und Tiere einen Lebensraum haben“, sagt Spohn. Charakteristisch für alle Gärten sei eine große Artenvielfalt.

Die Vereinsmitglieder sind glücklich über den Erfolg. Maria Lachmann, die einen der 190 Gärten ihr Eigen nennt, sagt: „Ich freue mich, schließlich haben wir alle dafür gearbeitet.“ Auch Kassels Sozialdezernent Dr. Jürgen Barthel gratulierte dem Verein, der 2015 sein 75. Jubiläum feiert: „Ich freue mich über die aktive Rolle des Vereins bei der Integration alter Menschen und von Menschen mit Migrationshintergrund.“

Von Helga Kristina Kothe

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