Es ist "ein Stück weit Kunst"

Leuchtendes Beispiel Brückenhof: Das haben ein Kasseler Hochhaus und der Petersdom gemeinsam

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Dieses Licht soll das Wohnen sicherer machen: Illuminiertes Hochhaus der GWH im Brückenhof.

Was hat ein Kasseler Hochhaus mit dem Petersdom in Rom und der Pariser Galerie Lafayette gemeinsam? Wir verraten es.

Kassel – Wenn Irene Belz im Dunkeln mit dem Auto auf dem Heimweg ist, kann sie ihr Zuhause schon von der A 44 aus besonders gut sehen. 

Die 44-Jährige wohnt in Oberzwehren im Hochhaus in der Brückenhofstraße 68, das nachts ungewöhnlich beleuchtet ist. „Die Kinder freuen sich immer, wenn sie das sehen“, sagt die zweifache Mutter.

Firma Osram nutzt das Hochhaus für Werbung

Aber nicht nur die Einwohner des Brückenhofs schauen auf die moderne LED-Fassadenbeleuchtung des 14-stöckigen Hochhauses – die ganze Welt kann das sehen. Der Münchner Lichtkonzern Osram wirbt mit dem Projekt auf seiner Webseite und stellt es in eine Reihe mit dem Petersdom im Vatikan, den Pariser Galeries Lafayette und zahlreichen anderen weltberühmten Bauten.

Weltberühmt: Die Beleuchtung im Petersdom im Vatikan (links) und in den Pariser Galeries Lafayette.

Darauf ist auch Christian Wedler von der Wohnungsgesellschaft GWH stolz. Beim Brückenhoffest erzählte er jüngst mit leuchtenden Augen die Anekdote von dem Hochhaus, das sein Unternehmen einst gebaut hat und nun betreibt. Paris, Vatikan und Brückenhof – bei Lichte betrachtet muss sich das Ende der 60er-Jahre entstandene Quartier hinter den großen Namen nicht verstecken.

Beleuchtung ist eine Besonderheit im Quartier Brückenhof

Denn die Beleuchtung ist tatsächlich eine Besonderheit für ein Quartier, in dem der soziale Wohnungsbau dominiert. Sie entstand vor drei Jahren, als der Gebäudekomplex neu gestaltet wurde. Die Balkone auf der Westseite verschwanden hinter einer Wintergartenfassade, sodass sie „das ganze Jahr über und im 14. Stock auch bei Wind genutzt werden können“, wie der Kasseler Architekt Friedhelm Schmidt sagt. Dank der liniengeführten LED-Leuchten ist die Gestaltung der Fassade auch nachts wahrzunehmen.

Licht macht das Wohnen im Hochhaus sicherer

GWH-Mann Wedler gefällt, dass die Beleuchtung „ein Stück weit Kunst“ sei. Zugleich nehme die „Leuchtturmwirkung“ des Hochhauses „Angsträume“. So wie das einst berüchtigte Quartier sicherer und lebenswerter geworden ist, so veränderte sich auch der Alltag im Hochhaus. „Niemand randaliert mehr im Treppenhaus“, hat Architekt Schmidt festgestellt.

Er kommt auch in einem Youtube-Video von Osram zu Wort, in dem „smarte und schöne Städte mit unvergesslichen Lichterlebnissen vorgestellt“ werden – etwa die Region Shenzhen, die als chinesisches Silicon Valley gilt und dank moderner Lichttechnik aussieht wie eine Science-Fiction-Welt.

Bewusstsein der Hochhausbewohner hat sich verändert

Zwar locken die laut Osram energiesparsamen LED-Leuchten namens „Monochrome Tube“ im Brückenhof nicht annähernd so viele Besucher an wie der Petersdom im Vatikan, dessen Innenbeleuchtung jährlich 27.000 Touristen bewundern. Und auch die Technik ist nicht direkt vergleichbar, da es im Petersdom und in der Galeries Lafayette um Innenbeleuchtung geht.

Aber dafür hat sich das Bewusstsein der Bewohner im Hochhaus verändert, wie Architekt Schmidt meint: Sie sagen nicht mehr: „Ich wohne in der Brückenhofstraße 68.“ Sondern: „Ich wohne im blauen Haus.“

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