Gefragt ist kleiner Wohnraum

In Brückenhof sollen bis zu 350 neue Wohnungen entstehen

Skizze neuer Häuser in der Dietrich-Bonhoeffer-Straße in Brückenhof
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Grün-Rot: So könnte es in der Dietrich-Bonhoeffer-Straße einmal aussehen.

Aus der einstigen Betonsiedlung Brückenhof ist längst einer der grünsten Orte Kassels geworden. Nun soll auch beim Wohnraum nachgebessert werden. Besonders kleine Wohnungen fasst die GWH ins Auge.

Oberzwehren – Die Wohnungsgesellschaft GWH bewirbt das Quartier in Oberzwehren seit Jahren als „Waldstadt“. Laut GWH-Geschäftsführer Christian Wedler ist Brückenhof nach dem Bergpark sogar das Kasseler Gebiet mit der größten Artenvielfalt an Bäumen. Die Vielfalt an Wohnungen kann da jedoch nicht mehr mithalten. Darum könnten in den nächsten zehn Jahren bis zu 350 neue Wohnungen entstehen.

Entsprechende Pläne stellte die Stadt bereits vor zwei Jahren vor. Nun präsentierte GWH-Chef Wedler im Ortsbeirat das aktualisierte Konzept. Das Gremium begrüßte die Pläne einstimmig. Magistrat und GWH wollen sich laut Wedler Anfang des Jahres zusammensetzen, um „konkrete Arbeitsaufgaben“ zu erstellen.

Oberzwehren: Neue Wohnungen in Brückenhof bis 2030

Bis sich in Brückenhof etwas ändert, wird es aber noch dauern. Vor zwei Jahren schätzte Jens Herzbruch vom Stadtplanungsamt, dass die Erweiterungen bis 2030 umgesetzt werden könnten. Laut Wedler ist das weiterhin realistisch. Birgit Hengesbach-Knoop ist mit dem Zeitplan nicht ganz zufrieden. Die stellvertretende Grünen-Ortsvorsteherin hätte sich schon vor 2026 neue Wohnungen gewünscht: „Doch bis dahin ist gar nichts zu erwarten.“

Der Bedarf ist groß. Laut Hengesbach-Knoop fehlen in der 5650 Einwohner zählenden Siedlung vor allem kleine Wohnungen. Für viele Familien seien deren bisherige Wohnungen nach dem Auszug der Kinder zu groß und nicht finanzierbar: „Die finden hier dann keine neuen Wohnungen.“

Dieses Problem sieht auch Wedler, dessen GWH in Brückenhof derzeit etwa 1500 Wohnungen vermietet. Neue kleinere Wohnungen sollen dafür sorgen, dass „die Menschen im Stadtteil älter werden können“. Auch barrierefreie Wohnungen und betreutes Wohnen sollen verstärkt angeboten werden.

Infrastruktur in Kassel-Oberzwehren soll verbessert werden

Zudem sieht Wedler „einen Nachbesserungsbedarf bei der sozialen Infrastruktur“. Angebote wie der Frauentreff sind räumlich mittlerweile zu klein angesichts der großen Nachfrage. Bei den Beratungsangeboten des Frauentreffs gibt es laut Hengesbach-Knoop in den vergangenen beiden Jahren „mindestens eine Verdoppelung der Kundenkontakte. Unsere Räume sind lächerlich klein.“ Die Sozialpädagogin wünscht sich dafür eine Zwischenlösung.

Wann immer die neuen Wohnungen stehen – grün soll der Brückenhof in jedem Fall bleiben. „Wir versiegeln nichts Neues, die Ergänzungen sollen homöopathisch sein“, sagt Wedler und verspricht sogar: „Nachher wird es mehr Grün geben als vorher.“ (Matthias Lohr)

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