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Männer drohen Trio in Kassel wegen ukrainischer Herkunft mit Schusswaffe

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Von: Ulrike Pflüger-Scherb

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Nach dem zwei Männer und ein Jugendlicher in Kassel mit dem Tode bedroht worden sind, leitet die Polizei eine größere Fahndung ein – und hat Erfolg.

Kassel - Ein 35-Jähriger und ein 33-Jähriger werden verdächtigt, am Samstag (1. Oktober) einen Jugendlichen und zwei Männer in einem Parkhaus in Kassel-Oberzwehren verbal mit dem Tode bedroht zu haben. Hintergrund der Auseinandersetzung ist offenbar der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine.

Nach Angaben von Polizeisprecher Matthias Mänz seien die drei Personen, die sich gegen 13.30 Uhr an einem Pkw mit ukrainischer Zulassung in dem Parkhaus aufhielten, von zwei Männern aus einem anderen Fahrzeug heraus auf Russisch angesprochen worden. Bei den drei Opfern handele es sich um einen 16-Jährigen und einen 43-Jährigen aus dem Landkreis Kassel sowie einen 21-jährigen Mann aus der Ukraine. Die Täter sollen die drei Personen wegen der vermuteten ukrainischen Herkunft provoziert haben, so der Polizeisprecher.

Nach Todesdrohung in Kassel: Zwei Tatverdächtige festgenommen

Anschließend sollen die beiden Männer das Trio sogar verbal mit dem Tode bedroht und dabei auch eine größere Schusswaffe gezeigt haben, ohne damit jedoch auf die Personen zu zielen. Unmittelbar danach seien die Täter mit einem Auto weggefahren.

Ein Parkhaus. (Symbolbild)
In einem Kasseler Parkhaus kommt es am Samstag zu einem Zwischenfall, der offenbar den Ukraine-Krieg zum Hintergrund hat. Jetzt ermittelt die Polizei. (Symbolbild) © Arne Dedert/dpa/Archi

Die bedrohten Personen riefen daraufhin die Polizei. Eine größere Fahndung nach dem flüchtigen Fahrzeug habe gegen 15.40 Uhr zur Festnahme von zwei Tatverdächtigen an einer Anschrift in Oberzwehren geführt, die mit dem gesuchten Pkw in Verbindung gebracht werden konnte. Die beiden 33 und 35 Jahre alten Männer aus Kassel mit deutscher und lettischer Staatsangehörigkeit, die offensichtlich alkoholisiert waren, hätten zwar eingeräumt, sich zur fraglichen Zeit in dem Parkhaus aufgehalten zu haben, die Bedrohung jedoch abgestritten.

Kassel: Maschinenpistolen-Nachbau gefunden

In dem Wagen, mit dem die beiden Tatverdächtigen unterwegs gewesen waren, hätten die Beamten eine Luftdruckwaffe gefunden, bei der es sich um den Nachbau einer Maschinenpistole MP40 handelt. Diese Waffe stellten die Polizisten sicher.

Zudem musste der 33-Jährige, bei dem es sich um den Fahrer des Autos gehandelt haben soll, die Kasseler Beamten wegen der mutmaßlichen Trunkenheitsfahrt zur Blutentnahme mit auf die Dienststelle begleiten. Gegen beide Männer wird nun wegen Bedrohung und Verstoßes gegen das Waffengesetz ermittelt. Der 33-Jährige muss sich zudem wegen Trunkenheitsfahrt verantworten. (use)

Es ist nicht das erste Mal, dass die Polizei in Kassel eine Straftat im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine registriert. Im Mai wurden beispielsweise Autos mit einem pro-russischen Propaganda-Symbol beschmiert.

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