Vier Listen stellen sich zur Wahl

Ortsbeiratswahl in Oberzwehren: Wir stellen die Kandidaten, Listen und Themen vor

Führt mitten durch den Stadtteil: Die Oberzwehrener sind nicht nur von viel befahrenen Altenbaunaer Straße genervt, sondern auch vom Autobahnlärm.
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Führt mitten durch den Stadtteil: Die Oberzwehrener sind nicht nur von viel befahrenen Altenbaunaer Straße genervt, sondern auch vom Autobahnlärm.

Bei den Kommunalwahlen am 14. März entscheiden die Wähler auch über die Ortsbeiräte. Wir stellen Kandidaten und Themen in den Kasseler Stadtteilen vor. Diesmal: Oberzwehren.

Oberzwehren – Kassels fünftgrößer Stadtteil ist ganz schön grün. Die Oberzwehrener schätzen es, am Schenkelsberg, am Heisebach oder in der nahegelegenen Dönche spazieren zu gehen. Und der Brückenhof, der früher als Betonsiedlung berüchtigt war, wird wegen seiner vielen Bäume längst „Kassels Waldstadt“ genannt.

Doch ausgerechnet in diesem grünen Stadtteil ist der Verkehr das größte Problem. Anwohner sind vom Lärm von den Autobahnen 44 und 49 geplagt, und die stark befahrene Altenbaunaer Straße zerschneidet Oberzwehren wie ein Schwert. Darum stehen bei allen vier Parteien Lösungsvorschläge für das Verkehrsproblem ganz oben. Aus ihren Reihen wird auch ein Nachfolger für Ortsvorsteherin Barbara Bogdon gesucht, die sich nach 24 Jahren im Ortsbeirat zurückzieht.

Dies sind die Ziele der Parteien:

CDU

Für den CDU-Spitzenkandidaten Heinz-Joachim Wolf ist Oberzwehren ein „lebens- und liebenswerter Stadtteil“, dessen Attraktivität es „zu erhalten und weiter auszubauen gilt“. Seine Partei will weniger Lärm durch Autobahnen und Straßen sowie eine Verbesserung der Verkehrssituation im Stadtteil, aber keine Radschnellstraße durch die Falkensteinstraße. Weitere Forderungen:

  • Schutz vor Kriminalität, Eindämmung der Trinker-, Drogen- und Dealerszene.
  • Ausreichende Betreuungsangebote für Kinder und Jugendliche.
  • Fortbestand der Schulvielfalt und Wahlfreiheit der weiterführenden Schulen.

Grüne

Die Grünen wollen die Belastungen und Gefahren durch den innerörtlichen Autoverkehr vermindern und schlagen dazu Tempo 30 auf der Altenbaunaer Straße sowie den Ausbau von Fuß- und Radwegen vor. Zudem sollen Lärm- und Luftbelastungen durch die umgebenden Autobahnen minimiert werden. Weitere Forderungen:

  • Klimawandel als Querschnittsthema mit dem Fokus auf Entsiegelung, Baumpflanzungen und naturgemäße Gestaltung des öffentlichen Raums.
  • Gestaltung und Schaffung von Aufenthaltsflächen für Kommunikation und Begegnung in allen Quartieren.
  • Städtebauliche Verdichtung durch neuen sozialen Wohnungsbau mit ökologischen Schwerpunkten (etwa im Brückenhof).

SPD

Als Bildungsstandort hat Oberzwehren laut Spitzenkandidat Philipp Humburg viel zu bieten. Er will sich dafür einsetzen, dass jedes Kind die Angebote in Schulen und Kindertagesstätten wahrnehmen kann, „die seinen Stärken entsprechen“. Zudem fordert er, dass die „versprochenen Investitionen in Millionenhöhe der Stadt in die Georg-August-Zinn-Schule endlich Realität werden“. Damit weniger Autos über die Altenbaunaer Straße fahren, müssten „auch stark einschneidende Maßnahmen in Betracht gezogen werden“. Weitere Forderungen:

  • Kunstrasenplatz für die Fußballer des TSV Oberzwehren.
  • Sichere und gut ausgebaute Radwege, damit „jedes Kind schneller mit dem Fahrrad in der Schule sein kann als mit dem Elterntaxi“.
  • Mehr Mülleimer und häufigere Leerungen, denn viele Plätze entlang beliebter Routen zum Spazieren gehen befänden sich in einem inakzeptablen Dauerzustand.

FDP

Auch Spitzenkandidat Sascha Bickel beklagt, dass „Autobahnen, Güterzüge und der Durchgangsverkehr“ die Oberzwehrener seit Jahren belasten. Er ärgert sich jedoch, dass die drei anderen Parteien im Ortsbeirat „das Problem nur destruktiv angehen“, wie er sagt. „Das Behindern des Autofahrers“ mache den ÖPNV und das Radfahren nicht attraktiver. Für Bickel müssen der ÖPNV und Radwege einfach besser werden: „Dann steigen die Menschen um. In Oberzwehren steht die FDP für einen klugen Ausgleich zwischen Lärmschutz und Mobilität, zwischen Anwohnern und Berufspendlern.“

(Matthias Lohr)

Stadtteilkarte Oberzwehren

Die Kandidaten

Zweiter Ortsvorsteher

Heinz-Joachim Wolf, CDU

Heinz-Joachim Wolf (73) ist in Oberzwehren aufgewachsen. Nach dem Betriebswirtschaftsstudium arbeitete er als Ausbildungsleiter eines Industrieunternehmens. Der Vorsitzende des CDU-Ortsvereins ist stellvertretender Ortsvorsteher, Vater einer Tochter sowie Opa zweier Enkel.

Sozialpädagogin

Birgit Hengesbach-Knoop, Grüne

Birgit Hengesbach-Knoop (66) wurde in Meschede im Sauerland geboren und lebt seit 38 Jahren in Oberzwehren. Seit fast einem Vierteljahrhundert arbeitet sie als Sozialpädagogin im Frauentreff Brückenhof. Seit 2011 ist die Mutter zweier Kinder, die auch Großmutter ist, im Ortsbeirat.

Schachtrainer

Philipp Humburg, SPD

Philipp Humburg (24) stammt aus Chemnitz und zog vor sieben Jahren wegen seiner pflegebedürftigen Großeltern nach Oberzwehren. In den nächsten Wochen macht der Lehramtsstudent sein Examen. Ein Schützling des Hobby-Schachtrainers wurde U-16-Weltmeister.

Controller

Sascha Bickel, FDP

Sascha Bickel wird heute 38, ist in Oberzwehren aufgewachsen und nach seiner Studienzeit und einigen Berufsjahren zurückgekehrt. Der verheiratete Vater einer fünf Monate alten Tochter arbeitet als Controller und ist zweiter Vorsitzender des TSV 1991 Oberzwehren.

Die Listen

CDU (Liste 1)

  • Heinz-Joachim Wolf, Betriebswirt, Jahrgang 1947
  • Brigitte Thiel, Lehrerin, Jahrgang 1949
  • Thomas Werner, Servicetechniker, Jahrgang 1962
  • Mark-Oliver Fürst, Dozent, Jahrgang 1974
  • Manfred-Holger Petersohn, Teamleiter, Jahrgang 1968

Grüne (Liste 2)

  • Birgit Hengesbach-Knoop, Sozialpädagogin, Jahrgang 1954
  • Kibar Kay-Delibas, Ökonomin, Jahrgang 1978
  • Bärbel Grebe, Selbstständige Kauffrau, Jahrgang 1957
  • Renate Buch-Menkel, Rentnerin, Jahrgang 1949
  • Klaus Gnau, Steuerberater, Jahrgang 1953
  • Theodor Rathgeber, Publizist, Jahrgang 1953
  • Johannes Laessing, Landschaftsgärtner, Jahrgang 1974

SPD (Liste 3)

  • Philipp Humburg, Student, Jahrgang 1996
  • Karl Diele, Pensionär, Jahrgang 1943
  • Carola Günther, Beamtin, Jahrgang 1958
  • Andres Hurtado Briongos, Altenpfleger, Jahrgang 1965
  • Cemil Tasdemir, Arbeiter, Jahrgang 1965
  • Axel Scharr, Schornsteinfeger, Jahrgang 1959
  • Serhan Saka, Student, Jahrgang 1991
  • Rudi Nebe, Psychologe, Jahrgang 1950
  • Ilyas Yassin, Schüler, Jahrgang 2001

FDP (Liste 5)

  • Sascha Bickel, Controller, Jahrgang 1983
  • Marcel Hatzky, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Jahrgang 1991
  • Fabian Scholze, Versicherungsmakler, Jahrgang 1997
  • Dr. Jan Eujen-Schröder, Arzt, Jahrgang 1970
  • Renate Fricke, Rentnerin, Jahrgang 1942
  • Burkhard Fricke, Hochschullehrer, Jahrgang 1941

Oberzwehren in Zahlen

  • Einwohner: 12 794
  • Einwohner mit Migrationshintergrund: 63,5 %
  • Durchschnittsalter: 42,1 Jahre
  • Differenz der Zu- und Fortzüge: -133
  • Haushalte: 5984
  • Personen je Haushalt: 2,14
  • Alleinerziehende: 26,1 %
  • Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte: 4510
  • Arbeitslosenquote: 8,5 %
  • Leistungsempfänger: 21,1%
  • Private Autos je 1000 Einwohner: 347,2

Quelle: Statistik-Atlas der Stadt Kassel

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