Bürgerforum: Verkehr in Oberzwehren und Nordshausen stand im Brennpunkt

Tempo-Limit gegen den Lärm

Heinz Joachim Wolf

Oberzwehren. Tempo 30 steht bei den Planern, die im Auftrag der Stadt Kassel eine Perspektive für den Verkehr von morgen entwickeln, hoch im Kurs, ist aber auch umstritten: Beim Bürgerforum Südwest im Kulturhaus Oberzwehren, gab es von vielen Lob für die vorgeschlagene Entschleunigung auf Hauptstraßen. Tempo 30 ist bei ihnen willkommen, zumindest wenn es dosiert und mit Augenmaß eingeführt wird und durch intelligente Ampelschaltungen ergänzt wird, die den Verkehrsstrom flüssig halten.

Nur geschätzte 40 Besucher, vorwiegend Mitglieder der Ortsbeiräte, wollten mit den Planern und Stadtbaurat Christof Nolda das Entwicklungskonzept für 2030 diskutieren. Im Mittelpunkt standen schnell der Lärm und die Verkehrsdichte im Bereich der Altenbaunaer Straße, der Oberzwehrener Straße und der Frankfurter Straße. Die Oberzwehrener müssten zusätzlich den Lärm von A44, A49 und zwei Eisenbahntrassen aushalten. „Das macht die Menschen krank“, sagte Heinz-Joachim Wolf (CDU) vom Ortsbeirat. Sein Gremiumskollege Uwe Umbach (SPD) klagte, seit 2008 fordere man die Stadt vergeblich auf, Abhilfe zu schaffen. Der Stadtteil liege zudem auf der Hauptroute des Berufsverkehrs aus dem Kasseler Norden zum VW-Werk. Da könne in bestimmten Situationen Tempo 30 helfen. Vertreter aus Nordshausen stimmten da zu, dort habe man gute Erfahrungen damit gemacht.

Hermann Hartig vom Ortsbeirat Süsterfeld-Helleböhn (SPD) regte an, auch auf der Eugen-Richter-Straße im Bereich der Grundschule das Tempo zu reduzieren. Das werde er prüfen, sagte Dr. Michael Frehn vom Planerkonsortium. Auch die Beschwerden von Bürgern über den Bereich Frankfurter Straße/Leuschner-Straße und Credéstraße will Frehn aufgreifen. In den Kreuzungsbereich hätten Radfahrer Probleme, Fußgänger müssten zwischen Autos Spießruten laufen, hieß es.

Im Übrigen müssten die Alternativen, Bus, Bahn und Rad, attraktiver werden, meinte der Planer. Doch da hapert es noch an vielen Ecken. Das wurde in der Diskussion deutlich. Es gebe zu wenig Parkplätze an Tramhaltestellen, das Tarifsystem sei unübersichtlich und teilweise ungerecht, meinte Helmut Schlauch, Anwohner von Brasselsberg. Den Tarif-dschungel werde man durchforsten, sagte Frehn.

Zu den Realisierungschancen des Verkehrsplans äußerte sich Gerhard Rinder (CDU)( vom Ortsbeirat Oberzwehren skeptisch. Seit vielen Jahren gebe es Beteiligungsrunden für die Bürger. Geändert habe sich wenig, weil kein Geld da sei. (pdi) Fotos:  Dilling

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