Am Sonntag wird ein „bewegtes Festival“ in Oberzwehren und im Windpark Söhrewald eröffnet

Wäsche im Wind ist Kunst

Kilometerlange Leine: In den Wäschestücken, die die Künstler Dimitri Dimov und Lora Azza am Rande von Oberzwehren aufgehängt haben, ist die Bewegung des Windes zu sehen. Fotos: Schachtschneider

Kassel / Söhrewald. Die Szene erinnert an eine Waschmittelwerbung aus dem Fernsehen: An Kassels Stadtgrenze, am Ortsrand von Oberzwehren, ist eine etwa ein Kilometer lange Leine gespannt, daran flattern Hunderte von Wäschestücken.

Hier wird allerdings kein Werbespot fürs TV gedreht. Es handelt sich um eine Installation der Künstler Dimitri Dimov und Lora Azza. „An ihren knapp 500 Wäschestücken ist die Bewegung des Windes zu sehen“, sagt Reta Reinl, Kuratorin des Windkunstfestivals und Kunstwettbewerbs „bewegter wind“, das am kommenden Sonntag, 17. August, offiziell eröffnet wird. In Zusammenarbeit mit der Stadtwerkeunion Nordhessen (SUN), dem Umwelt- und Gartenamt der Stadt Kassel und engagierten Partnern, Unterstützern und Helfern setzt der Verein „bewegter wind“ diese Idee der Landschaftsausstellung um.

Die Ausstellung

Am Sonntag, 17. August, wird die Ausstellung um 11 Uhr im Windpark Söhrewald eröffnet. Eine Ausstellungsführung mit den anwesenden Künstlern wird angeboten, die sich am Schenkelsberg in Oberzwehren dann um 15.30 Uhr fortsetzt. Dort ist der Parkplatz Thielenacker über die Altenbaunaer Straße zu erreichen. Der Eintritt ist frei.

Das Festival dauert bis zum 31. August.

Das Windkunstfestival findet diesmal im Windpark Söhrewald und in Oberzwehren statt. Im Kasseler Süden bilden der Schenkelsberg und der Erdwall an der A  44 zusammen mit den angrenzenden Wohngebieten ein einzigartiges Gelände für das Festival, sagt Reinl. „Alte Kulturlandschaft, technische Landschaft in Form von Erdwall und Autobahn, nordhessisches Bergland und verschiedene Stadtszenerien bildeten die Bühne für Windkunst.“

Reta Reinl

Unter dem Motto „between“ (zwischen) ist der Kunstwettbewerb ausgeschrieben, der mittlerweile zum siebten Mal in Nordhessen stattfindet. Es sei ein weltweit einzigartiger Wettbewerb, sagt Reinl. Entsprechend habe es 140 Bewerbungen von Künstlern aus 24 Ländern gegeben. 60 Exponate haben die Macher des Festivals ausgewählt, die jetzt in sehr unterschiedlichen Landschaftssituationen präsentiert werden. Windobjekte, Installationen, Performances und Videos werden gezeigt. Es gibt Windtürme, Tornado-Skulpturen, sich erneuernde Herzen, riesige QR-Codes, Audioinstallationen sowie einen SMS-Service für den Wind.

Bereits vergangene Woche sind die ersten Künstler angereist und mit dem Ausstellungsaufbau beschäftigt. Darunter auch Greger Stahlgren aus Schweden mit seinen drei Körben aus Stein. Die Idee für seine Stone-Baskets habe er vor einigen Jahren auf einem Berg in Norwegen gehabt, erzählt der Künstler. Jetzt stehen seine Körbe am Erdwall der A  44.

Die Künstlerin Dagmar Reichel hat mehrere Leinwände an den Hang gestellt. Darauf sind Fragen zu sehen. Die werden aber erst zu lesen sein, wenn der Samen, getragen vom Wind, auf den entsprechenden Klebeflächen haftet. (use)

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