Tausende kamen zum Tag der Erde nach Oberzwehren

Holte sich gestern bei dem Regen keinen Sonnenbrand: Katrin Blochel (Label Kablo) designt Wendemützen.

Oberzwehren. „Normalerweise bekomme ich am Tag der Erde den ersten Sonnenbrand des Jahres", sagt Katrin Blochel. Seit sieben Jahren hat die Frau aus Guxhagen einen Stand auf dem Kultur- und Umweltfest in Kassel.

An dem verkauft sie ihre selbst entworfenen und genähten Wendemützen. „Bislang hatte ich immer Glück mit dem Wetter. Es ist das erste Mal, dass es wie aus einem Guss geregnet hat", sagt Blochel. Mit dem Geschäft war sie dennoch zufrieden.

Sobald die Sonne am Sonntag nach einem Schauer wieder rauskam, strömten die Menschen wieder auf die Altenbaunaer Straße in Oberzwehren, um von Stand zu Stand zu flanieren.

Goldrute färbt gelb 

Dass Regenschauer aber durchaus auch genutzt werden können, um etwas zu lernen, wurde bei Elke Rietze-Sulzbacher deutlich. Die Kasselerin färbt Wolle mit Naturfarben. „Goldrute wächst auf der Dönche zum Beispiel wie Unkraut“, sagt Rietze-Sulzbacher. Wenn sie dort einen großen Strauß gepflückt hat, färbt sie zu Hause die Wolle damit gelb. Mit Schilfsblüten, die am Ententeich in Oberzwehren stehen, stellt sie grüne Wolle her. „Ich finde es spannend, was die Natur uns so alles bietet.“ Die Wolle färbe beim Waschen nicht ab, höchstens beim Stricken durch die Reibung der Nadeln. Naturgefärbte Wolle hat aber auch ihren Preis: 100 Gramm kosten zwischen 9,50 und 16,50 Euro.

Ganz natürliche Produkte bietet auch Hartwig Krähling aus Calden an. Er töpfert in seiner Keramikwerkstatt Öko-Urnen. „Die sind aus Erde gemacht und für die Erde bestimmt.“ Die Gefäße für die letzte Ruhestätte könnten individuell gestaltet werden, sagt Krähling. „Ich kann Pflanzen oder auch Pferdehaare einarbeiten.“ Der Künstler hat auch schon einen Kurs angeboten, in dem man seine eigene Urne töpfern konnte.

Mit solchen morbiden Gedanken beschäftigte sich das Gros der mehreren Tausend Besucher am Sonntag aber weniger. Die Kinder erfreuten sich zum Beispiel am Auftritt von Georg Morgenthal, der als Hironimus zauberte und jonglierte. Da der Tag der Erde auch das Umweltbewusstsein stärken soll, warb die KVG für den öffentlichen Personennahverkehr: Potenzielle Nachwuchskräfte durften sich ans Steuer eines Busses setzen und dort fotografieren lassen.

Tausende kamen zum Tag der Erde nach Oberzwehren

Manchmal ist es auch schön, einfach den Dialogen seiner Mitmenschen auf einem Fest zu lauschen. Am Nabu-Stand, wo unter anderem Präparate von Bussard, Amsel und Zeisig auf einem Tisch in einer Reihe ausgestellt waren, sagte eine Frau zu ihrem Mann: „Ach guck mal, die ganzen Vögel da.“ Dann schaute sie genauer hin: „Ach, die sind ja ausgestopft - aber trotzdem schön.“

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