Nach Auflösung des Erfurter Orchesters

Heeresmusikkorps Kassel: Öfter Abmarsch Richtung Osten

Generalprobe: Die sieben Musikerinnen und ihre Kollegen nutzen dafür den „Chattensaal“ in der Kasseler Lüttichkaserne. In diesem Saal wurde im April dieses Jahres auch die neue CD „Von Märchen und Märschen“ aufgenommen. Foto: Zgoll

Kassel. Mehr als zehn Jahre gehörte das Heeresmusikkorps 2 zur 13. Panzergrenadierdivision in Leipzig. Der Verband wurde im April aufgelöst und teilt damit das Schicksal der bereits vor 20 Jahren aufgelösten 2. Panzergrenadierdivision in Kassel.

Das große Blasorchester besteht aber weiter und ist seit Anfang Oktober der Streitkräftebasis der Bundeswehr unterstellt. Die neue, zentrale Organisation der Militärmusik bedeutet für die Kasseler Musiksoldaten auch ein Stück mehr Zukunftssicherheit.

Gerade zurückgekehrt von einem fünftägigen Musik-Einsatz in Afghanistan zur Truppenbetreuung rund um den Tag der Deutschen Einheit, hatte Oberstleutnant Reinhard Kiauka gestern eine Generalprobe im Chattensaal angesetzt. Üben ist angesagt, denn zum Jahresende ist das Orchester bei besonders vielen Auftritten gefordert. „Der Dezember ist immer als Erstes ausgebucht“, sagt Musikkorps-Chef Kiauka.

Zu den Auftritten werden die Wege für die Kasseler Musiksoldaten demnächst länger. Besonders im deutschen Osten wird das Orchester, das überwiegend aus Berufsoldaten und einigen Zeitsoldaten besteht, künftig öfter aufspielen. Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen „werden wir intensiver betreuen“, erklärt Kiauka. Das hängt auch mit den Orchester-Auflösungen zusammen. Die Musikkorps in Wilhelmshaven, Berlin, Karlsruhe und Neubiberg im Landkreis München gibt es bald nicht mehr, das Orchester in Erfurt wird 2016 aufgelöst. Übrig bleiben neben dem Heeresmusikkorps Kassel die Orchester in Kiel, Hannover, Neubrandenburg, Münster, Koblenz, Veitshöchheim im Landkreis Würzburg, Ulm sowie Garmisch-Partenkirchen. Zudem bleiben vier Orchester mit besonderen Aufgaben erhalten (siehe Hintergrund).

Lexikon-Wissen

Das Heeresmusikkorps im Regiowiki der HNA

Dass die Kasseler Musiksoldaten weit mehr können als Märsche zu intonieren, hatten sie gerade in Masar-e Scharif und Kabul unter Beweis gestellt. Die Auftritte der 39 mitgereisten Musiker reichten von klassischen Serenaden-Konzerten zu den offiziellen Festakten über die nicht allein bei den amerikanischen Kameraden besonders beliebte Oktoberfest-Musik bis zum Einsatz als Rockband. Das Spektrum ist auch auf der neuen CD „Von Märchen und Märschen“ zu hören, die im April im Chattensaal eingespielt wurde und jetzt für 15 Euro zu kaufen ist (im Geschäftszimmer in der Lüttichkaserne, Minna-Bernst-Straße2, Telefon 0561/7 66 82 40 02, werktäglich 7 bis 16 Uhr oder im Internet unter www.herkules-music.de).

Heeresmusikkorps ist Streikräftebasis der Bundeswehr unterstellt

Die nächsten Auftritte:

• Wohltätigkeitskonzert am Sonntag, 3. November, 18 Uhr, Kassel, Opernhaus.

• Weihnachtskonzert am Sonntag, 15. Dezember, 17 Uhr, Stadthalle Baunatal.

Von Jörg Steinbach

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.