Tag der offenen Moschee: Einblicke in Kasseler Gebetshäuser

Hilfe für Flüchtlinge: Die Gemeinde der Fatih Camii Moschee hat Spenden wie Kleidung, Lebensmittel und Windeln gesammelt, wie Imam Hasan Yalsin (links) und Hayri Özcan zeigen.

Kassel. Kinder erklimmen die Stufen einer Kanzel, die sonst dem Imam vorbehalten ist. Am Tag der offenen Moschee hatten auch Besucher die Gelegenheit, einmal eine Moschee von innen kennenzulernen.

Allein am Vormittag machten bei der Türkisch Islamische Gemeinde (DITIB) in der Mattenbergstraße über 50 Erwachsene und Kinder von diesem Angebot Gebrauch.

„Ich komme oft hier vorbei und habe den Bau der Moschee verfolgt“, sagt eine Oberzwehrenerin und schaut sich staunend im großen Gebetsraum mit seiner hohen und reich verzierten Kuppel um. „Gerade in diesen Zeiten müssen wir doch aufeinander zugehen“, erläutert eine Baunatalerin, warum sie die Moschee besucht.

Die beiden Gemeindemitglieder Mahmut Eryilmaz und Kerim Koperan empfangen die Besucher herzlich und erklären zum Beispiel die Gesten der Gläubigen und den Ablauf des Gebets sowie die Elemente des Gebetsraums. „Die Moschee ist grundsätzlich ein offener Raum für jeden“, sagt Eryilmaz. Die großen Glasflächen seien bewusst eingebaut worden, um Transparenz und Offenheit zu symbolisieren. „Wir verstehen uns als einen Teil der Stadtgesellschaft“, betont der Dialogbeauftragte der sunnitischen Gemeinde.

Die Fatih Camii Moschee des Kulturvereins zur Förderung und Integration von Jugendlichen ist erst auf den zweiten Blick an einem Schild als Gebetshaus zu erkennen. Auf dem Innenhof des Moscheegebäudes, das einst ein Wohnhaus war, spielen und toben Jungen verschiedenen Alters. Sie werden hier an jedem Wochenende in der Koranschule von Imam Hasan Yalsin unterwiesen und genießen gerade eine Pause.

Tag der offenen Moschee in Kassel

Im Obergeschoss des Gebäudes lernen, in einem Bereich, der den Frauen vorbehalten ist, etwa 30 Mädchen die arabische Schrift und Sprache oder studieren bereits den Koran. Zweimal in der Woche treffen sich hier auch junge Mütter, für deren Kinder in dieser Zeit eine Kinderbetreuung angeboten wird. „Wir wollen den Menschen die Möglichkeit geben, sich zu informieren und über ihre Religion zu sprechen“, erklärt die junge islamische Theologin, die uns im Haus herumführt. Zuvor hatte man uns zu einem köstlichen Tee eingeladen - in der frisch renovierten Teestube, die eigentlich der Treffpunkt der männlichen Gemeindemitglieder ist.

Der sonst wohl für Feste genutzte Raum nebenan ist randvoll mit von der Gemeinde gespendeten Hilfsgütern wie Kleidung, Windeln und Lebensmittel für Flüchtlinge, wie der Imam erklärt, der uns zum Schluss zu einem Fest der Gemeinde am 9. Oktober einlädt.

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