Baustelle verhindert Spektakel

WM ohne Fanmeile: Kein Public Viewing auf Friedrich-Ebert-Straße

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Keine Party dank Baustelle: Die Friedrich-Ebert-Straße war während der Welt- und Europameisterschafter der vergangenen Jahre die Fanmeile in Kassel.

Kassel. Die Fußball-WM hat noch nicht begonnen, trotzdem steht es schon 1:0. Und zwar für den Königsplatz. Denn dort wird in diesem Jahr aller Voraussicht nach ein Public Viewing für mindestens drei deutsche WM-Spiele stattfinden. Die Stadt Kassel verhandelt noch mit dem möglichen Veranstalter.

Um wen es sich handelt, wollte Stadtsprecherin Petra Bohnenkamp nicht mitteilen.

In die Röhre gucken Fans, die sich auf ein Spektakel auf der Friedrich-Ebert-Straße gefreut haben. Denn dort wird wegen der Baustelle keine Fanmeile wie in den vergangenen Jahren stattfinden. Das sagen ansässige Gastronomen: „Draußen wird definitiv nichts gehen“, sagt Carsten Bischoff von Joe’s Garage. Das wisse er von der Bauleitung und vom Ordnungsamt. „Das ist bitter für uns“, so Bischoff, der mit erheblichen Einbußen rechnet.

Bei der Stadt verwies man darauf, dass der Ausfall des Public Viewings schon seit dem Jahr 2012 bekannt gewesen sei. Damals habe es laut Bohnenkamp „keine Kritik an dieser Planung gegeben“.

Die Absage aus dem Rathaus ist endgültig: „Es besteht keine Möglichkeit, die Baumaßnahme für die Dauer der WM zu unterbrechen.“ Bischoff trägt das mit Fassung: „Dann wird die Fußball-Stimmung eben in den Kneipen aufkommen.“

Während an der Friedrich-Ebert-Straße lange Gesichter vorherrschen, ist die Vorfreude der Ladenbesitzer am Königsplatz groß. Johny Ghazaei betreibt die Pizzeria Boys and Girls am Druselplatz. Er freut sich, dass das Public Viewing an den Königsplatz umziehen soll. „Das wäre gut für uns. Wir würden auf jeden Fall einen Fernseher aufstellen und wenn es sein muss bis in die frühen Morgenstunden offen haben“, sagt Ghazaei.

Auestadion bleibt wohl zu

Im Auestadion ist laut Torsten Pfennig, Pressesprecher des KSV Hessen Kassel, „derzeit nichts geplant“. Man habe sich mit einem abermaligen Public Viewing im Auestadion beschäftigt, doch seien die späten Anstoßzeiten in der K.o.-Phase ein Hindernis. „Das könnte zu Problemen mit dem Ordnungsamt wegen Lärmbelästigung führen.“

Diesbezüglich wartet man im Kasseler Rathaus noch auf ein Signal aus der Hauptstadt. Die Bundesregierung plant offenbar eine sogenannte Public-Viewing-Verordnung, um gleichermaßen den Fans entgegenzukommen und auch die Nachtruhe zu wahren.

Von Matthias Hoffmann

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