Erste Fundamente fertig

Im Oktober startet Windpark-Aufbau in Niestetal und Söhrewald

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Hoch oben auf Windfang: Bei Niestetal und in Söhrewald bauen die Städtischen Werke ab Oktober insgesamt sieben Windräder von jeweils 200 Metern Höhe auf. Unser Symbolfoto zeigt ein Windrad in der Oberpfalz.

Kassel. In der Sache waren sich alle Fraktionen im Kasseler Finanzausschuss am Mittwoch einig: Der Aufbau von Windparks durch die Städtischen Werke sei sinnvoll. Nur bei der Form der Umsetzung gab es einige Widerstände.

Mit großer Mehrheit stimmte der Ausschuss der Gründung zweier Tochtergesellschaften der Städtischen Werke zu. Die Windenergie Kassel Verwaltungs-GmbH soll die Geschäftsführung aller geplanten Windparks übernehmen. Eine weitere Tochterfirma (Windpark Söhrewald / Niestetal GmbH & Co KG) soll sich um den Betrieb der ersten Anlage mit insgesamt sieben Windrädern von knapp 200 Meter Höhe kümmern.

Pro Windrad fünf Mio. Euro

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Deren Aufbau ist bereits im Gange. Die Fundamente für den Windpark, der auf die Standorte Niestetal (zwei Rotoren) und Söhrewald (fünf Rotoren) verteilt ist, sind fertig. Sie befinden sich überwiegend auf Windbruchflächen im Wald. „Im Oktober sollen die ersten Teile der Windräder geliefert werden“, sagt Ingo Pijanka, Sprecher der Städtischen Werke. Jedes Windrad schlage mit etwa fünf Mio. Euro zu Buche. Bis Ende des Jahres sollen alle stehen.

Die Städtischen Werke rechnen damit, dass der Windpark jährlich 44 Mio. kWh elektrische Energie erzeugt. Ausgehend von durchschnittlich zwei Personen pro Haushalt würde die Menge für 12 800 Haushalte reichen. Der Strom der Anlagen wird direkt in das Kasseler Netz eingespeist.

Für zwei weitere Windparks im Kaufunger Stiftswald und auf drei Bergen östlich von Helsa laufen die Planungen. Abschließende Windmessungen für die Standorte starten im September. Ein Jahr lang sollen Daten gesammelt werden. Der Windpark bei Helsa soll interkommunal mit den Gemeinden Hessisch Lichtenau, Helsa und Großalmerode realisiert werden.

Die Genehmigungsverfahren für die Bauprojekte stünden vor dem Abschluss, sagte Dr. Mark Eppe, Jurist der Städtischen Werke. Bislang gebe es keine Hinweise auf Klagen.

Die Tochtergesellschaften, deren Gründung die Stadtverordneten am 2. September noch zustimmen müssen, werden insgesamt mit 775 000 Euro Stammkapital ausgestattet. Die Einlage wird ebenfalls durch Kredite finanziert.

Widerstand von der Kasseler Linken und der Fraktion „Demokratie erneuern / Freie Wähler“ gab es bei der Frage, wo die Windpark-Töchter aktiv sein dürfen. Dr. Bernd Hoppe (Demokratie erneuern) forderte, im Gesellschaftsvertrag festzuschreiben, dass sie sich auch zukünftig nur in der Region betätigen dürfen, damit Investitionen nicht etwa in teure Projekte auf hoher See fließen. Dies lehnten mit Ausnahme der Linken alle restlichen Fraktionen ab. Kämmerer Dr. Jürgen Barthel sagte im Finanzausschuss, er könne sich vorstellen, dass sich die Städtischen Werke perspektivisch etwa auch in Nachbarbundesländern engagierten.

Von Bastian Ludwig

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