Oldtimer auf Hochglanz

15.000 Besucher bei der Technorama in den Kasseler Messehallen

Kassel. Schnittige Formen, blitzendes Chrom, rote Lederpolster: So sah das Wirtschaftswunder aus. Um einen der auf Hochglanz polierten Mercedes 190 SL aus den frühen 1960er-Jahren sein eigen nennen zu können, müssen Autonarren heutzutage über 80.000 Euro hinblättern.

Verglichen mit dem älteren 300 SL von 1955 ist das noch preiswert: Der Mercedes-Oldie mit den Flügeltüren wird laut Restaurator Detlef Kroh für eine Million Euro gehandelt.

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Von solchen Schätzen können die meisten Besucher der Technorama nur träumen, zu der am Wochenende 15.000 Menschen in die Kasseler Messehallen strömten. Bei der Oldtimerausstellung konnten sie sich aber am Anblick der auf Hochglanz polierten Edelkarrossen erfreuen: Jaguar, MG, Aston Martin, Alfa Romeo - die großen Namen der Automobilgeschichte waren alle vertreten. Selbst passionierte Motorradfahrer wie Monika und Uwe Maurer gerieten ins Schwärmen. „Sehr schön, sehr harmonisch, es passt alles“, so das Urteil der 47-Jährigen. Walter Krause aus Northeim bewunderte einen rostroten Aston Martin, Baujahr 1957. Der 65-Jährige fühlte sich in seine Kindheit und Jugend versetzt. „Das sind Fahrzeuge, die irgendwann mal auf der Straße liefen. Das zieht mich immer wieder hierhin“, sagte er. „Ich liebe Autos mit Mechanik: der Ölmessstab, der Handbremshebel.“ Doch die Elektrik halte immer mehr Einzug. Sein Auto selbst zu reparieren, sei heute kaum mehr möglich.

In den Messehallen konnten die Autofreunde aber noch reichlich Benzin- und Ölluft schnuppern. Vor allem in den Hallen fünf bis sieben, wo die Motorradfans und Clubs ihre Maschinen aufgebaut hatten. Peter Hübner vom 750 Four-Club werkelte an seiner Honda. Dass über 30 Jahre alte Maschinen derart gepflegt und noch gefahren werden, erfreue vor allem die älteren Besucher, sagte der 53-Jährige.

Bilder von der Technorama

Impressionen von der Technorama

Artikel aktualisiert um 17.45 Uhr

Für viele Motorradfans ist die Pflege ihrer Schätze Last und Lust zugleich. Manfred Wien aus Braunschweig brachte es auf den Punkt. „Nur fahren ist langweilig.“ Der 54-Jährige, stolzer Besitzer von vier Motorrädern, hielt Ausschau nach Ersatzteilen für eine alte Yamaha, die er vor kurzem gekauft hatte und restaurieren will. Er und sein in Wolfsburg lebender Vater Heinz Wien (75), der zwei Maschinen besitzt und ihn nach Kassel begleitete, sind passionierte Motorradfahrer. Das Schrauben gehöre dazu, sagte der Senior. „Sonst hat man im Winter nichts zu tun.“

Von Ellen Schwaab

Rubriklistenbild: © Fischer

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