Oldtimer-Stau auf der Königsstraße

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Einkaufsschwätzchen der besonderen Art: Eine Passantin plaudert mit der Besatzung eines Riley 12/6 Gamecock von 1933.

Kassel. Hunderte begeisterte Zuschauer fotografierten am Donnerstagnachmittag auf der Oberen Königsstraße die Akkus ihrer Kameras und Handys leer: Zum Start einer Oldtimer-Rallye auf den Spuren Rudolf Caracciolas hatten sich dort in langer Reihe 75 Klassiker der Automobilgeschichte aufgestellt – einer schöner als der andere.

Autofans lief ein Schauer über den Rücken, sobald ein traktorengroßer Vorkriegswagen wie der britische Lagonda M45R Tourer oder ein Mercedes SSK seinen mächtigen Motor anließ und zum Startpunkt auf dem Königsplatz vorrollte – begleitet von annerkennend-kundigen Kommentaren aus dem Publikum: „Sieben Liter Kompressor!“

Als Moderator schickte der Motorsportjournalist Johannes Hübner die Blech-Schätze auf die Strecke und wusste zu jedem Fahrzeug Details und Anekdoten zu erzählen. Etwa über den Audi-Vorläufer Horch von 1935, eine der größten Limousinen der Vorkriegszeit: Dessen Achtzylinder-Reihenmotor sei „so groß wie Ihre Schrankwand zu Hause, meine Damen und Herren“.

Inzwischen übte sich Tour-Organisator Eduard Neitzke am Handy in Multitasking: „Ihr müsst ’ne zweite Reihe aufmachen“, schärfte er den Ordnern hinten auf Höhe des Rathauses ein. Die vielen spektakulären Oldtimer hätten sonst nicht alle auf die Königsstraße gepasst.

Die Ausfahrt zu Ehren der Rennfahrerlegende Rudolf Caracciola, der im Kassel der 1920er-Jahre Erfolge beim Bergparkrennen feierte und 1959 in der Fuldastadt starb, führt via Eisenach und Erfurt nach Dresden und wieder zurück nach Kassel. Am Samstag werden die Teilnehmer gegen 19.30 Uhr an der Orangerie erwartet.

Bilder der Rallye

Oldtimer-Grand-Prix auf der Königsstraße

Von Axel Schwarz

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