Oldtimer will auf die Straße

Saisonstart: Tüv gibt Tipps, wie betagte Gefährte überprüft werden

Vor allem Besitzer von Cabrios fiebern jetzt der Möglichkeit zu einer Spritztour durch den Frühling mit ihrem Oldtimer entgegen. Ein wenig Zeit für paar einfache Handgriffe, etwas Pflege und schon kann es losgehen – wenn am Auto alles in Ordnung ist. Worauf dabei zu achten ist, wissen die Experten von Tüv Hessen.

„Ein Auto, das ein paar Monate abgestellt war, sollte nicht einfach mit einem Umdrehen des Zündschlüssels zur ersten Ausfahrt in Betrieb genommen werden“, sagt Uwe Herrmann vom Tüv. Das gelte in besonderem Maß für Oldtimer, die altersgerecht vorbereitet werden müssen. Wer ein paar Tipps beachtet, stellt nicht nur den ungetrübten Spaß bei der Fahrt durch den Frühling sicher. Er sorgt auch dafür, dass sein klassisches Auto nicht über Gebühr verschleißt und an Wert verliert.

Strom: Wenn die Batterie während der ganzen Wintereinlagerung an ein Dauer-Ladegerät angeschlossen war, ist das Abklemmen die einzige Arbeit. Ansonsten muss sie jetzt unbedingt geladen werden – auch wenn das Auto eventuell noch mit der Restladung anspringen würde. „Während der Fahrt würde die Batterie sonst je nach Fahrtlänge nie ganz voll werden“, sagt Uwe Herrmann. Das Ladegerät sollte nicht aus der Zeit des Oldtimers stammen. „Die Batterie ist sicher neueren Datums und für moderne Ladetechnik ausgelegt.“

Öl: Hat der Oldtimer-Besitzer das Öl vor dem Abstellen wechseln lassen, kann er es jetzt mit der Kontrolle bewenden lassen. Andernfalls ist frisches Öl fällig. Dabei gilt es, die für den betagten Motor richtige Sorte und Viskosität zu wählen.

„Die überwiegend sehr dünnen, synthetischen Schmierstoffe moderner Motoren können für Oldtimer Gift sein“, warnt Herrmann. Ölhersteller bieten spezielle Produkte für klassische Fahrzeuge an, die auch entsprechend gekennzeichnet sind. Im Gegensatz zu aktuellen Autos wollen alte Schätzchen in bestimmten Intervallen auch mit frischem Öl in Getriebe und Achsantrieb versorgt werden.

Wasser: Eine gründliche Wagenwäsche ist nicht nur aus optischen Gründen sinnvoll. Schließlich hinterlässt selbst eine optimale Einlagerung zumeist eine dünne Staubschicht. „Gerade feiner Schmutz kann beispielsweise beim Auftragen von Pflegemitteln für das Verdeck wie ein Schleifmittel wirken“, erklärt der Experte vom Tüv.

Luft: Nicht nur den Cabriofahrer dürstet es jetzt nach frischer Luft. Auch der Innenraum von Saisonfahrzeugen soll gut durchlüftet sein. Das entfernt eventuell doch während des Winters eingedrungene Feuchtigkeit und die damit verbundenen muffigen Gerüche. Und dann brauchen die Reifen vielleicht noch Luft. „Sie haben auf jeden Fall ein paar Zehntel Bar verloren“, erklärt Herrmann. Wer vor dem Winter den Luftdruck erhöht hat, ist jetzt fein raus und kann es mit einer Kontrolle oder eventuell sogar einem Absenken der Füllung bewenden lassen.

Chemie: Verdecke bleiben dicht und ihr Material elastisch, wenn der Cabriobesitzer sie mit einem Pflegemittel behandelt. Das Material entscheidet, welches geeignet ist. Herrmann rät von „Wundermitteln und Geheimtipps“ ab. Mit Produkten renommierter Firmen oder gar vom Hersteller des Autos selbst kann man weniger verkehrt machen. Die Lederpolsterung steckt ein paar Tropfen Regen besser weg, wenn sie im Frühjahr mit einer guten Pflegesubstanz davor geschützt worden ist. „Kunststoffe aus den 1960-er und 1970-er Jahren sind noch nicht so gut gegen UV-Licht und Umwelteinflüsse geschützt“, sagt Herrmann. Moderne Chemie kann das in Grenzen ausgleichen.

Checks: Die Sichtprüfung der Füllstände von Kühl- und Bremsflüssigkeit oder des Hydrauliköls der Servolenkung sollte keine Verluste ergeben. Das Scheibenwischwasser benötigt jetzt keinen Frostschutz mehr, sondern einen Zusatz gegen Insektenleichen und andere Herausforderungen des Sommers. Natürlich müssen Beleuchtung und andere elektrische Ausrüstung in Ordnung sein.

Also alle Funktionen prüfen und dabei auch Dinge wie Hupe, Gebläse und Scheibenwischer nicht vergessen!

Start frei: Langen Motorleerlauf vor der ersten Fahrt empfiehlt Herrmann nicht. Doch rät der Experte dazu, noch im Stand bei laufendem Triebwerk ein paar Mal fest auf die Bremse zu treten und die Lenkung zu bewegen. Auf den ersten mit zurückhaltendem Tempo und im mittleren Drehzahlbereich zurückgelegten Kilometern immer wieder leicht bremsen. Das entfernt die unvermeidlichen leichten Rostansätze an Bremsscheiben und -trommeln. (TÜV)

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