Student aus Kassel

Oliver Schmolinski ist neuer Vorsitzender der Jusos Nordhessen

Zwischen Campus und Politik: Oliver Schmolinski ist neuer Vorsitzender der Jusos Nordhessen. Auch in der Hochschulpolitik ist der ehemalige Asta-Vorsitzende engagiert. Das Bild zeigt den 24-Jährigen auf dem Platz vor der Mensa. Foto: Rudolph

Kassel. Oliver Schmolinski hat volle Tage. Neben dem Wirtschaftspädagogik-Studium an der Uni Kassel engagiert er sich seit Jahren in der Hochschulpolitik, sitzt im Vorstand der Kasseler SPD – und ist jetzt auch zum Vorsitzenden der Jusos Nordhessen gewählt worden.

Um sein Pensum zu bewältigen, mache er sich strukturierte Tagespläne. Die beginnen aber in der Regel nicht vor 10 Uhr, erzählt der Student und grinst. Dafür mache er oft erst um 22 Uhr Feierabend.

Der Wunsch, etwas zu verändern, treibe ihn an, sagt Schmolinski, der aus Erfurt stammt. Motivierendster Moment seines politischen Engagements sei bisher die Abschaffung des NC (Numerus clausus) bei Master-Studiengängen gewesen. Dafür hatte er 2011 als Vorsitzender des Allgemeinen Studierendenausschusses der Uni Kassel gekämpft.

Der blonde 24-Jährige, der im Vorderen Westen wohnt, strahlt etwas Spitzbübisches, aber zugleich Ernsthaftigkeit und Verbindlichkeit aus. Er wirkt locker und kumpelhaft, kann aber auch bissig werden, wenn es darum geht, seine Themen voranzubringen.

Die Idee der Teilhabe für alle sei dabei sein grundlegendes Anliegen, sagt Schmolinski. Als neuer Chef der 1700 nordhessischen Jusos möchte sich der angehende Berufsschullehrer daher unter anderem für das Konzept einer Gemeinschaftsschule statt des gegliederten Schulsystems einsetzen. Außerdem fordern die Jusos eine Ausbildungsumlage, um die Bereitstellung von Lehrstellen zu fördern. Das ist auch Bestandteil des Leitantrags der Jusos, die Region für Junge attraktiv zu halten. Dafür gelte es in Infrastruktur wie Dorfgemeinschaftshäuser, Bäder und auch einen stärkeren Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs zu investieren, sagt Schmolinski. Gerade junge Leute ohne Auto seien darauf angewiesen – was der neue Juso-Vorsitzende am eigenen Leib erfährt, wenn er mit Bus und Bahn zu Konferenzen in kleinen Orten kommen muss.

Und woher soll das Geld für die Investitionen in Infrastruktur und Bildung kommen? Aus sozial gerecht erhöhten Steuern, sagt Schmolinski. „Wir brauchen einen starken Staat, um eine starke Daseinsvorsorge zu haben.“

Und die SPD braucht starke Jusos für alternative Polikkonzepte, findet der Kasseler. „Wir sind das linke Korrektiv.“ Im Verhältnis zur Mutterpartei sieht Schmolinski derzeit keine großen Knackpunkte.

Wichtiges Ziel der Jusos sei aktuell, für ihren Landtagskandidaten Pascal Barthel (bisheriger Chef der Jusos Nordhessen) einen guten Platz auf der SPD-Liste zu bekommen. Grüne und CDU schafften es auch, Vertreter ihrer Nachwuchsorganisationen vorn zu platzieren. „In der SPD muss man oft erst 20 Jahre Plakate kleben, um so weit zu kommen.“

Apropos Weiterkommen: Eine Karriere als Berufspolitiker kann sich Schmolinski gut vorstellen - ohne gezielt darauf hinzuarbeiten, wie er betont. „Aber ich bin natürlich in der Politik, um Ideen umzusetzen.“

Von Katja Rudolph

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