Unterwegs in der Stadt

Olympia-Fieber in Kasseler Unternehmen? So kommen die Wettkämpfe an 

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Nach der deutschen Goldmedaille im Eiskunstlauf nicht stärker nachgefragt als sonst: Tino Weinrich, Verkäufer bei Sport Sperk im dez zeigt ein Paar Eiskunstlaufschuhe.

Kassel. Deutschland führt den Medaillenspiegel der Olympischen Spiele an. Aber der Olympia-Boom ist in Kassel verhalten: In den Unternehmen, bei den Konsumenten und in der Eislaufhalle fällt die Olympia-Begeisterung unterschiedlich aus.

Die Unternehmen

Die Kasseler Firma Jordan sponsert mehrere Sportler der Olympischen Winterspiele 2018. Eine von ihnen ist die Biathletin Laura Dahlmeier, die bereits mehrere Medaillen gewonnen hat. Das Unternehmen dürfe nicht aktiv für ihre Sportler werben, aber Olympia sei ein großes Thema unter den Mitarbeitern, heißt es. Es werde viel darüber gesprochen, auch ab und zu mal in die Fernsehübertragung reingeschaut. Sie säßen aber während der Arbeitszeit nicht ständig vor dem Monitor. Besonders verfolgt werden im Unternehmen die Sportarten Biathlon und Langlauf. Das Unternehmen postet und kommentiert darüber auch aktiv bei Facebook.

Bei der Firma Bombardier gibt es, wie in jedem anderen Unternehmen auch, Mitarbeiter, die sich mehr für Sport interessieren als andere. „Wir haben keine Infrastruktur dafür, aber in den Pausen können die Kollegen sich das gerne zu Gemüte führen“, sagt eine Sprecherin. Besonders auffallend sei das Interesse an den Winterspielen unter den Kollegen allerdings nicht.

Während der momentan laufenden Olympischen Spiele ist in der Eissporthalle Kassel kein großer Unterschied unter den Besuchern zu erkennen. Während der Olympiazeit kämen nicht mehr Besucher als sonst, hieß es.

Bis vor zwei Jahren gab es auch in Kassel einen Eiskunstlaufverein: Das Foto zeigt die Eisfeen des Eiskunstlaufvereins Kassel im Jahr 2014 beim Darmstädter Frozen Cup.

Auch die Kasseler Sportgeschäfte haben trotz der Erfolge der deutschen Wintersportler bislang keinen großen Anstieg der Nachfrage nach Sportartikeln festgestellt. „Es fragen nicht mehr Kunden nach den Wintersportartikeln als sonst“, sagt Tino Weinrich, Mitarbeiter bei Sport Sperk im Einkaufszentrum dez. Das könne aber daran liegen, dass der Laden keine Skier mehr führt. „Die Leute leihen ihr Material meist im Urlaub vor Ort und kaufen es nicht in Kassel“, erklärt er weiter.

Schlittschuhe für Eiskunstlauffans stehen bereit. Man könne aber nicht sagen, dass die Kasseler nach dem Olympia-Sieg von Aljona Savchenko und Bruno Massot nun den Laden für die Schlittschuhe stürmten. Witterungsbedingt sei Wintersport- und Outdoor-Kleidung gerade der Renner.

Das bestätigt auch die Verkäuferin bei Intersport im City-Point. Fußball und Funsportartikel seien ebenfalls sehr gefragt. „Die Darts-Weltmeisterschaft hat uns mehr gebracht als die Olympischen Winterspiele“, sagt sie. „Skier haben wir seit einiger Zeit an diesem Standort nicht mehr im Angebot, nur noch in Baunatal.“ Der Grund: Der Aufwand für den Skiservice sei gemessen an der Nachfrage einfach zu groß gewesen, erklärt sie weiter.

Im Sport-Scheck am Königsplatz gibt es Skier. Dennoch ist auch hier die Nachfrage nach den Wintersportgeräten nicht höher als während eines normalen Winters. „Bisher hat bei uns noch keiner nach den Skiern der Olympia-Stars gefragt“, sind sich die Verkäufer sicher.

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