Zwei Kasseler wegen schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung angeklagt

Opfer fürchtete um sein Leben

Kassel. Wegen schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung müssen sich seit Dienstag ein 41 Jahre alter Grieche und ein 43-jähriger Deutscher vor der 5. Strafkammer des Kasseler Landgerichts verantworten.

Den beiden Männern aus Kassel wird vorgeworfen, im Juli 2013 gewaltsam in die Wohnung eines heute 42-Jährigen in der Kasseler Quellhofstraße eingedrungen zu sein. Dort sollen sie unter anderem Fernseher und Laptop des Mannes, seine EC-Karte und eine geringe Menge Bargeld entwendet haben. In einem Handgemenge wurde der Geschädigte schwer verletzt.

Gestern zitierte Staatsanwalt Matthias Blosche aus der Anklageschrift: Das Opfer „fürchtete um sein Leben“. Als das Messer, mit dem der Grieche vor dem Gesicht des 42-Jährigen herumgefuchtelt haben soll, dieses an Kopf und Stirn traf, seien sinngemäß die Worte gefallen: „Ich mach dich alle.“

Währenddessen habe der Komplize den Fernseher mit Fernbedienung, eine externe Datenfestplatte und den Laptop zusammengesucht und die Verkabelungen gelöst, um die Geräte abtransportieren zu können. Als sich der Mann aus der Quellhofstraße zur Wehr setzte, fiel das Messer zu Boden und der 42-Jährige konnte das Messer wegschieben. So schilderte Staatsanwalt Blosche die Ereignisse, die sich in den frühen Morgenstunden eines Julitages im vergangenen Jahr im Kasseler Stadtteil Nord-Holland zugetragen haben sollen.

Fast muteten diese Schilderungen aus der Anklageschrift gestern vor der 5. Strafkammer des Landgerichts Kassel an wie eine verkehrte Welt. Der Geschädigte überragte die beiden eher schmächtigen Angeklagten um Haupteslänge. Doch die Körpersprache des breitschultrigen Mannes mit dunkler Basecap drückte eher Zurückhaltung aus als eine mögliche Gegenwehr. Der Geschädigte soll durch die Tat Gesichts- und Schädelprellungen erlitten haben, außerdem Verletzungen an der Oberlippe und am Finger.

Messer aus Edelstahl

Die beiden Angeklagten kündigten am Dienstag an, sich zum Tathergang nicht äußern zu wollen.

Vorsitzender Richter Jürgen Stanoschek forderte den Staatsanwalt auf, zum nächsten Termin am Donnerstag das Edelstahlmesser und die Gliederkette aus verchromtem Metall als Beweismittel vorzulegen, mit der das Opfer ebenfalls bedroht worden sein soll. (and)

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