Der frühere Regierungspräsident Heinz Fröbel (FDP) wird heute 90 Jahre alt

Optimismus als Rezept

Bundesverdienstkreuz: 1986 wurde Heinz Fröbel (links) vom damaligen Ministerpräsidenten Holger Börner für sein Wirken ausgezeichnet. Archivfoto:  Herzog

Kassel. „Die Region braucht mehr Optimismus und Selbstvertrauen“ – das war eine Kernaussage von Heinz Fröbel, als er 1979 das Amt des Kasseler Regierungspräsidenten übernahm. Heute begeht der Freidemokrat seinen 90. Geburtstag. Seine damalige Forderung, so kann Fröbel konstatieren, wird inzwischen mehr und mehr eingelöst.

Der gebürtige Niederlausitzer wurde ab 1952 in Kassel heimisch, nachdem er in Marburg ein Studium zum Diplomvolkswirt abgeschlossen hatte. Bei der Industrie- und Handelskammer in Kassel fing er als Referent an und stieg bald in die IHK-Geschäftsführung auf. Zugleich betätigte sich Fröbel in der Kommunalpolitik. 1960 trat er in die FDP ein, wurde Stadtverordneter der Liberalen im Kasseler Rathaus und amtierte ab 1968 als Fraktionsvorsitzender, bis er im Jahr 1979 zum Regierungspräsidenten berufen wurde.

In dieser Funktion setzte sich Fröbel engagiert dafür ein, Kassel und die Region enger an nationale Verkehrswege anzubinden. Damals wurden diverse Varianten für die ICE-Neubaustrecke Hannover – Würzburg untersucht, und Fröbel warnte vehement davor, die Trasse an Kassel vorbeizuleiten. Auch sein hoher Sachverstand beim Thema kommunale Finanzen ist vielen Weggefährten aus Fröbels Präsidentschaft in Erinnerung.

Im August 1984 wurde der FDP-Mann dann von seiner Funktion abberufen, sein Amtsvorgänger Burghard Vilmar (SPD) übernahm wieder die Geschäfte beim Regierungspräsidium. Der Hintergrund: SPD und Grüne hatten sich in Wiesbaden auf eine Regierungszusammenarbeit geeinigt. So war für den damals 62-jährigen Liberalen politisch kein Platz mehr an der Spitze der Mittelbehörde.

In der Kasseler Kommunalpolitik blieb Heinz Fröbel gleichwohl aktiv. Er engagierte sich noch jahrelang als Mitglied des Kasseler Magistrats. Mit der Ehrenbezeichnung „Stadtältester“, dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse und der Freiherr-vom-Stein-Plakette wurde Fröbels Wirken unter anderem gewürdigt. Seine Partei hatte ihn 2010 für 50-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet.

Mit seiner Frau Brigitte lebt Heinz Fröbel im Stadtteil Wolfsanger, beide sind bereits in die Feiertage verreist. Die FDP will den runden Geburtstag während ihres Neujahrsempfangs am 10. Januar in der Orangerie würdigen. (asz)

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