Stadt soll anderen Standort suchen

Ortsbeirat bildet erneut Front gegen Hausboote auf der Fulda

Liegeplatz für Hausboote: Zwei Pfähle hat der Investor vor der Zollmauer bereits in die Fulda rammen lassen. Foto: Dilling

Kassel. Der Ortsbeirat macht erneut Front gegen den Plan des Unterneustädters Hans-Georg Grone, vor der Zollmauer auf der Fulda Öko-Hausboote zu verankern. Das Gremium forderte während seiner jüngsten Sitzung den Magistrat auf, zusammen mit dem Investor einen anderen „rechtskonformen" Liegeplatz auf dem Fluss zu suchen.

Die Stadt dürfe dem Bauherrn nicht erlauben, weitere Pfähle zur Befestigung der Boote in die Fulda zu schlagen.

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Gleichzeitig forderte der Ortsbeirat die Stadt auf, ihn künftig transparent und zeitnah über das weitere Genehmigungsverfahren zu informieren. Der Investor hat bereits eine Genehmigung für den Liegeplatz selbst erhalten. Das Verlegen von Versorgungsleitungen von Land aus auf die Boote habe die Stadt aber untersagt, teilte Ortsvorsteher Joachim Schleißing (Grüne) mit. Nach Ansicht des Ortsbeirats muss die Stadt auch noch die naturschutz- und denkmalschutzrechtlichen Belange des Projekts an der historischen Zollmauer prüfen. Schon wegen der im Bereich des Liegeplatzes nistenden Schwäne sei zusätzlich eine naturschutzrechtliche Genehmigung für den Betrieb der Hausboote nötig, sagte Andreas Süßenguth (parteilos). Das wisse er als Mitarbeiter des Regierungspräsidiums.

Ortsbeiratsmitglieder befürchten unter anderem, dass die großen Hausboote den Blick auf das historische Ensemble an der Fulda verschandeln. Christine Götzfried (Grüne) befürchtet, dass die Fuldaschiffe wegen der Boote künftig nicht mehr auf dem Fluss wenden können.

Die CDU will derweil den Ortsbeirat für einen Antrag ihrer Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung in Stellung bringen. Darin geht es um die Forderung an die Stadt, ein Gesamtkonzept der touristischen und städtebaulichen Nutzung der Fulda und ihrer Ufers zu entwickeln. Dieser Antrag seiner Partei sei leider kürzlich im Ausschuss für Finanzen und Wirtschaftsfragen abgelehnt worden, sagte das Ortsbeiratsmitglied und Stadtverordneter Marcus Leitschuh. Ihm gelang es allerdings noch nicht, den Ortsbeirat zu einem positiven Votum zu diesem CDU-Antrag zu bewegen. Das Anliegen sei positiv. Die Mitglieder bräuchten aber erst Zeit, sich zu informieren.

Außerdem müssten noch Fachleute gehört werden, sagte Ortsvorsteher Joachim Schleißing nach einer teils sehr emotional geführten Debatte. (pdi)

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