Ortsbeirat Wesertor kritisiert

Ortsbeirat Wesertor kritisiert: Trinkraum in Kassel zu teuer

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Treffpunkt für alkoholkranke Menschen: Der Trinkraum im Hansa-Haus.

Kassel. Der Ortsbeirat Wesertor hält die Kosten für den Trinkraum im Hansa-Haus an der Kurt-Schumacher-Straße für überzogen und fordert deshalb eine deutliche Kappung des Budgets für diese Einrichtung, die allkohol- und drogensüchtige Menschen betreut.

Außerdem soll der zuständige Dezernent, Bürgermeister Jürgen Kaiser (SPD), im Einzelnen Rechenschaft darüber ablegen, wie viel dieses „Prestigeprojekt“ bisher gekostet hat, verlangt Ortsvorsteher Gerhard Franz, ebenfalls Sozialdemokrat. Die Stadt habe im Haushaltsentwurf 2014 88.000 Euro für den Trinkraum vorgesehen. Hinzu kämen weitere 20.000 Euro für die aufsuchende Betreuung von Alkoholabhängigen. Diese Zahlen habe er aus dem Rathaus erfahren, sagte Franz.

HNA-Lexikon

Sammelartikel über den Trinkraum

Der Ortsbeirat forderte die Stadt einmütig auf, 30.000 Euro aus dem Budget des Trinkraums zugunsten der Kinder- und Sozialarbeit der Freestyle-Halle im Wesertor umzuschichten. Es gehe nicht an, dass die Stadt bei dem Trinkraum großzügig sei, während sie bei anderen sozialen Projekten streiche und spare.

Gerhard Franz

Der Ansatz für den Trinkraum, dessen Mietvertrag bereits im Herbst 2014 ende, sei überzogen. So viel Geld für ein dreiviertel Jahr, da sträuben sich bei mir die Nackenhaare“, meinte Franz. „Ich brauche keinen Trinkraum im Wesertor“, sagt der Ortsvorsteher weiter. Das Projekt sei aus seiner Sicht wenig erfolgreich, Trinker und Süchtige seien weiterhin am Trafo-Häuschen (Lutherplatz) und an der Schönen Aussicht nahe der Karlsaue anzutreffen.

So weit wollte der stellvertretende Ortsvorsteher Armin Schreier (Grüne) nicht gehen. Der Trinkraum sei sinnvoll und werde gut angenommen, sagte er. Allerdings müssten die Kosten auf den Prüfstand. Das gelte vor allem für die Mietkosten. Ähnlich äußerte sich Christian Bruno von Klobuczynski (Freie Wähler).

Thema heute im Ausschuss

Am heutigen Donnerstag werde im Ausschuss für Recht, Sicherheit, Integration und Gleichstellung ein Bericht über das Pilotprojekt „Trinkraum“ an die Stadtverordneten erstattet, sagt Petra Bohnenkamp, Sprecherin der Stadt. Auf dieser Grundlage und im Rahmen der Haushaltsberatungen würden die Stadtverordneten entscheiden, ob das Projekt weitergeführt werde. „Gegebenenfalls kann diese Entscheidung der Stadtverordneten auch weiterhin eine Befristung vorsehen oder aber eine dauerhafte Fortführung.“ Bohnenkamp weist daraufhin, dass das Projekt ausdrücklich nicht an eine Örtlichkeit gebunden. Der Mietvertrag am derzeitigen Standort Hansa-Haus sei zudem befristet. (pdi/use)

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