Ortsbeirat Wesertor kritisiert Vorgehen von Bürgermeister Kaiser beim Thema Trinkraum

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Sorgt für Debatten: Die Pläne von Bürgermeister Jürgen Kaiser, einen Trinkraum in dem Hochhaus zu eröffnen, sind geplatzt.

Kassel. „Selbstüberschätzung und Arroganz im Leben (gerade in der Politik) sind ein schlechter Wegbegleiter.“ Mit diesem Satz endet ein Beschluss, den der Ortsbeirat Wesertor am Mittwochabend zum Tagesordnungspunkt „Trinkraum“ einstimmig gefasst hat.

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Der Satz macht mehr als deutlich, dass das Stadtteilgremium nicht glücklich über die Vorgehensweise von Bürgermeister Jürgen Kaiser (SPD) gewesen ist. Er hatte am Dienstag mitgeteilt, mit dem Hochhaus am Altmarkt ein Domizil für einen Trinkraum gefunden zu haben.

Nachdem diese Pläne geplatzt sind, weil der Vermieter offenbar nichts von den eigentlichen Absichten der Stadt wusste, hat sich der Ortsbeirat noch einmal grundsätzlich mit der Thematik befasst. Egal in welchem innenstadtnahen Stadtteil - ob Mitte, Wesertor oder Rothenditmold - der Trinkraum eröffnet werden soll, müsse der betroffene Ortsbeirat rechtzeitig und umfassend beteiligt werden, forderte Ortsvorsteher Gerhard Franz (SPD). Nur so sei gewährleistet, dass bei der Verwirklichung solch einer Einrichtung eine mehrheitliche Akzeptanz gefunden werde. Dies sei im aktuellen Fall nicht geschehen. „Ein Stückchen gelebte Demokratie sieht anders aus“, sagt Franz.

Das Stadtteilgremium sei mit der Wahl, den Trinkraum in einem Ladengeschäft an der Weserstraße 1 b einzurichten, nicht einverstanden gewesen. An diesem Standort passe einiges nicht zusammen, sagt Franz. Der Trinkraum hätte neben dem Eingang des Hochhauses gelegen, in dem es 130 Wohneinheiten gibt.

Hinzu komme, dass auf der gegenüberliegenden Straßenseite das neue Finanzzentrum steht. Franz weist darauf hin, dass an dieser Stelle nach wie vor Unterführungen sind. Die Gefahr wäre groß gewesen, dass sich die Trinkerszene auch in diesem Treppenbereich am Altmarkt aufgehalten hätte.

An der Beschreibung der geplanten Einrichtung, die die Stadt den Ortsbeiratsmitgliedern jetzt zugesandt habe, gebe es wenig zu kritisieren, heißt es in dem Beschluss. „Außer, dass viel Theorie und Wunschdenken zu lesen ist.“ (use)

Trinkraum: Ungereimtheiten um geplantes Gebäude

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