Sechs Listen treten an

Ortsbeiratswahl in Bad Wilhelmshöhe: Wir stellen die Kandidaten, Listen und Themen vor

Motor für die Entwicklung im Stadtteil: Der Fernbahnhof Wilhelmshöhe hat einiges bewegt. Die Wilhelmshöher Allee davor verbindet das Weltkulturerbe im Bergpark mit der Stadt.
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Motor für die Entwicklung im Stadtteil: Der Fernbahnhof Wilhelmshöhe hat einiges bewegt. Die Wilhelmshöher Allee davor verbindet das Weltkulturerbe im Bergpark mit der Stadt. (Archivfoto)

Bei der Kommunalwahl am 14. März entscheiden die Wähler auch über die Zusammensetzung der Ortsbeiräte. Wir stellen Kandidaten und Themen in den Kasseler Stadtteilen vor. Diesmal: Bad Wilhelmshöhe.

Bad Wilhelmshöhe – Zwischen dem Bahnhof Wilhelmshöhe und dem Herkules erstreckt sich mit Bad Wilhelmshöhe ein ausgesprochen attraktiver Stadtteil. Wer hier eine Wohnung oder ein Haus sucht, muss deutlich tiefer in die Tasche greifen als in vielen anderen Bereichen der Stadt. Das letzte große Baugebiet war das ehemalige Kasernengelände Marbachshöhe, mittlerweile geht es eher um Nachverdichtung.

Wie attraktiv Bad Wilhelmshöhe mit dem Bergpark und als Zugang zum Habichtswald auch für Ausflügler ist, kann man aktuell besonders am Wochenende sehen. Der Verkehr auf der Druseltalstraße und der Wilhelmshöher Allee gehört auch an den Wasserspieltagen zu den Problemen in einem Stadtteil, der über einen Kurbezirk und ein Weltkulturerbe verfügt. Viele Jahre stellte die CDU den Ortsvorsteher. Das hat sich geändert. Zuletzt gab es mit Anja Lipschik eine grüne Ortsvorsteherin. Sechs Listen stehen zur Wahl. Das sind ihre Themen.

CDU

Für eine neue Herkulesbahn will sich die CDU mit ihrem Spitzenkandidaten Clemens Schöler einsetzen. So könne man wirklich etwas gegen Staus im Druseltal tun. Mehr kulturelle Veranstaltungen im Bergpark, Bürgersprechstunden und die Sanierung der Friedrich-Naumann-Straße sowie anderer Straßen (zum Beispiel vor der Bäckerei Heere) im Stadtteil gehören zu den Zielen.

Grüne

Mehr Raum für bürgerschaftliches Engagement und unterstützende Nachbarschaft sind Ziele der Grünen. Sie setzten sich zum Beispiel für den geplanten fahrradfreundlichen Umbau der Langen Straße ein und für sichere Schulwege: Weitere Themen sind die Beratung von Eigentümern und Mietern beim erwünschten Ausbau der Solarenergie und der Einsatz für den öffentlichen Nahverkehr.

SPD

Die SPD setzt sich für die Verlängerung der Straßenbahnlinie 1 bis auf Schlossniveau ein. So könne man einen barrierearmen Zugang zum Bergpark ermöglichen und auch für den Umbau der Langen Straße zur Fahrradstraße. Ein neuer Standort für den Fernbusbahnhof (nicht mehr am Bahnhof Wilhelmshöhe), anwohnerfreundliche Parkregelungen, sichere Schulwege sowie ein Bürgerhaus für den Stadtteil sind weitere Themen.

FDP

Für die Interessen der Bürgerinnen und Bürger im Stadtteil will sich die FDP nach Angaben ihres Spitzenkandidaten Boris Benderoth einsetzen. Konkrete Themen nennt er nicht.

Linke

Ein Schwerpunkt ist die Verkehrsinfrastruktur im Stadtteil. Die Wilhelmshöher Allee sei für Radfahrer und Fußgänger wenig einladend und teilweise gefährlich. Nach Ansicht der Linken sollte eine Hauptstraße durch das Quartier zum Verweilen einladen und nicht vom Autoverkehr bestimmt sein. Weitere Stichworte sind ein Mietendeckel und kostenloser öffentlicher Nahverkehr. Zudem wolle man attraktive Treffpunkte auch für Jugendliche schaffen.

Freie Wähler

Die Freien Wähler setzen sich unter anderem für die Sanierung der Sportanlage Stockwiesen ein. Nicht nur aber auch am Bahnhof Wilhelmshöhe sollten die Verkehrsverhältnisse verbessert werden. Zudem wolle man sich dafür einsetzen, dass die 2018 abgebauten Abfalleimer an der Wilhelmshöher Allee neu installiert werden. Im Bergpark soll es mehr Hinweise auf die geltende Parkordnung geben. (Thomas Siemon)

Stadtteilkarte von Bad Wilhelmshöhe

Die Kandidaten

Clemens Schöler, CDU

Der CDU-Spitzenkandidat wäre im Ortsbeirat ein Neuling, in der Politik ist er es nicht. Der Apotheker Clemens Schöler war viele Jahre für die CDU in Fuldatal aktiv. Er ist verheiratet und hat drei Kinder.

Anja Lipschik, Grüne

Bei den Grünen tritt Ortsvorsteherin Anja Lipschik für eine dritte Wahlperiode an. Sie ist Gleichstellungsbeauftragte im Uniklinikum Göttingen, pendelt mit der Bahn, lebt auf der Marbachshöhe und hat einen erwachsenen Sohn.

Armin Ruda, SPD

Seit 1997 ist Armin Ruda Leiter des Offenen Kanals Kassel und seit 2014 Vorsitzender des Bundesverbands Bürgermedien. Er engagiert sich als stellvertretender Ortsvorsteher und im Bürgerverein Bad Wilhelmshöhe.

Boris Benderoth, FDP

Er hat in Kassel Abitur gemacht und Wirtschaftswissenschaften studiert. Boris Benderoth tritt für die FDP an und arbeitet für die Wirtschaftskanzlei Westhelle und Partner. Im Ortsbeirat ist er seit 2017.

Serdar Kazak, Linke

Er hat in Kassel visuelle Kommunikation studiert und lebt seit 2008 in Bad Wilhelmshöhe. Serdar Kazak ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er tritt für die Linke im Stadtteil an und arbeitet als Buchbinder und freier Autor.

Michael Scheffler, Freie Wähler

Der Bauingenieur und Philosoph Michael Scheffler ist als Planer, Gutachter, Dozent und Fachbuchautor tätig. Er tritt für die Freien Wähler an und lebt seit vielen Jahren mit seiner Frau und zwei Kindern im Stadtteil.

Die Listen

CDU (Liste 1)

  • Clemens Schöler, Apotheker, Jahrgang 1952
  • Anne Rüter, Historikerin,Jahrgang 1960
  • Katarina Juki, Teamleiterin Vertrieb, Jahrgang 1988
  • Julia Abt, Schülerin, Jahrgang 2002
  • Bernd Doose, Maler- und Lackiermeister, Jahrgang 1944
  • Robert Hinz, Verwaltungsjurist, Jahrgang 1971

Grüne (Liste 2)

  • Anja Lipschik, Gleichstellungsbeauftragte, Jahrgang 1963
  • Jörg Kilian, Politologe, Jahrgang 1968
  • Anke Seibert-Schmidt, Landschaftsplanerin, Jahrgang 1963
  • Carsten Peters, Architekt, Jahrgang 1963
  • Inga Stieglitz, Studentin, Jahrgang 1984
  • Matthias Hupfeld, Ingenieur, Jahrgang 1966
  • Nicola Behrend, Juristin, Jahrgang 1962
  • Uwe Werner, Sozialpädagoge, Jahrgang 1967

SPD (Liste 3)

  • Armin Ruda, Angestellter, Jahrgang 1961
  • Sabine Chelmis, Rentnerin, Jahrgang 1942
  • Ulrike Siebert-Karl, Angestellte, Jahrgang 1963
  • Nicole Iben, selbstständige Logopädin, Jahrgang 1972
  • Stefan Beckmann-Metzner, Förderschullehrer, Jahrgang 1965
  • Mark Richardt, Lehrer, Jahrgang 1982
  • Stefanie Woborschil, Fleischerin, Jahrgang 1982
  • Winfried Schönfeld, Pensionär, Jahrgang 1949
  • Detlev Friderici, Rentner, Jahrgang 1940
  • Stephan Wachsmuth, Beamter, Jahrgang 1962
  • Brigitte Bergholter, Pensionärin, Jahrgang 1946

FDP (Liste 5)

  • Boris Benderoth, Ökonom, Jahrgang 1979
  • Niklas Nebelung, Pilot, Jahrgang 1988
  • Otto Braun, Geschäftsführer, Jahrgang 1978
  • Dr. Andreas Buschmeier, Professor, Jahrgang 1969
  • Holger König, Filmproduzent, Jahrgang 1959
  • Peter Meckelburg, Kaufmann, Jahrgang 1957
  • Eckart Drosse, Jurist, Jahrgang 1947

Die Linke (Liste 6)

  • Serdar Kazak, Drucker, Jahrgang 1962
  • Luisa Sümmermann, Sozialwissenschaftlerin, Jahrgang 1983
  • Edith Pfaff-Schneider, Rentnerin, Jahrgang 1956
  • Gisela Honens, Theaterpädagogin, Jahrgang 1958
  • Michael Schneider, Fachkraft Werkschutz, Jahrgang 1957
  • Stephanie Schury, Angestellte, Jahrgang 1987
  • Martin Kilimann, Student, Jahrgang 1984

Freie Wähler (Liste 7)

  • Dr. Michael Scheffler, Bauingenieur, Jahrgang 1960
  • Anna-Maria Braukhoff, Rentnerin, Jahrgang 1943
  • Irmina Scheffler, Bürokraft, Jahrgang 1965
  • Angelika Glanz-Zander, Rentnerin, Jahrgang 1944

Bad Wilhelmshöhe in Zahlen

  • Einwohner: 12 445
  • Einwohner mit Migrationshintergrund: 22,6 %
  • Durchschnittsalter: 48 Jahre
  • Differenz der Zu- und Fortzüge: plus 94
  • Haushalte: 6459
  • Personen je Haushalt: 1,93
  • Alleinerziehende: 23,9 %
  • Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte: 4129
  • Arbeitslosenquote: 2,3 %
  • Leistungsempfänger: 3,6 %
  • Private Autos je 1000 Einwohner: 433,5

Quelle: Aktuelle Angaben aus dem Statistik-Atlas der Stadt Kassel

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