Sechs Listen stellen sich zur Wahl

Ortsbeiratswahl in Harleshausen: Wir stellen die Kandidaten, Listen und Themen vor

Kräne auf dem größten Neubaugebiet in der Stadt Kassel: der Bereich Zum Feldlager in Harleshausen. Auf dem Gelände herrscht inzwischen eine rege Bautätigkeit, die ersten Hauseigentümer sind bereits eingezogen.
+
Kräne auf dem größten Neubaugebiet in der Stadt Kassel: der Bereich Zum Feldlager in Harleshausen. Auf dem Gelände herrscht inzwischen eine rege Bautätigkeit, die ersten Hauseigentümer sind bereits eingezogen. (Archivfoto)

Bei den Kommunalwahlen am 14. März entscheiden die Wähler auch über die neue Zusammensetzung der Ortsbeiräte. Wir stellen Kandidaten und Themen in den Kasseler Stadtteilen vor. Diesmal: Harleshausen.

Harleshausen – Von Freibad über Schule, Kita, Geschäfte, Gastronomie bis Bahnhof: Harleshausen, zweitgrößter Kasseler Stadtteil, weist eine gute Infrastruktur auf. Sechs Parteien und Wählervereinigungen treten zur Kommunalwahl für die elf Sitze im Ortsbeirat an. Ihre wichtigsten Themen und Ziele:

CDU

Die CDU will sichere Verkehrswege, eine bessere KVG-Anbindung und gut ausgebaute Radwege in die Innenstadt. Der Bau der Straßenbahnlinie soll vorangetrieben werden. Weitere Stichworte: Kohlendioxid--neutrales Wohnen, eine bürgernahe Mitwirkung und Sicherheit. Einzelhandelsgewerbe, Handwerk und Dienstleister müssten unterstützt und erhalten werden. Den Ossenplatz will die CDU durch bessere Vernetzung der Vereins- und Kulturarbeit auch außerhalb der Marktzeiten zum Begegnungsort machen.

Grüne

Oben auf der Agenda der Grünen steht das Ziel der Stadt Kassel, bis 2030 klimaneutral zu werden. Dazu müsse auch Harleshausen seinen Beitrag leisten. Man strebt ein Quartierskonzept an, um Bürger über Förderprogramme zu beraten. Unterstützt werden Bemühungen, die Straßenbahn in den Stadtteil zu holen und ein Nahverkehrsnetz umzusetzen. Weitere Ziele: Förderung Elektromobilität, Ausweitung Fahrradrouten, Stärkung des Mit- und Füreinanders. Der Autoverkehr belaste und gefährde die Bewohner, gefordert werden Tempo-Reduzierungen im Bereich Uhrtürmchen und Ossenplatz sowie Spielstraßen.

SPD

Ziele der SPD für Harleshausen sind der Ausbau der Grundschulen zu Ganztagsschulen, mehr Kita-Plätze und die Erweiterung des U3-Angebots. Angestrebt werden die Barrierefreiheit des Bahnhofs, bessere Radwege auf den Hauptverkehrsstraßen und die Verlängerung der Straßenbahn bis in den Stadtteil. Die SPD setzt sich für die Stärkung des Einzelhandels- und Dienstleistungsangebots ein, inklusive des Wochenmarkts. Gewünscht wird die Vollendung der Platzgestaltung in der Ortsmitte (Café-Bachmann-Parkplatz). Weitere Stichworte: Neubau Feuerwehrhaus, die Einbindung des Neubaugebiets Feldlager und die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum.

FDP

Stadtentwicklung, Wohnraum und Verkehr sind nach Ansicht der FDP die wichtigsten Stichworte. Die ÖPNV-Anbindung müsse nach der „suboptimalen“ KVG-Netzreform verbessert werden. Für die Kreuzung Wolfhager Straße / Niedervellmarer Straße solle ein Kreisverkehr geprüft werden, um Staus zu vermeiden. Die Coronakrise zeige die Schwäche der Digitalisierung auf, Glasfaser sei auch für den Stadtteil das Non-Plus-Ultra. Die FDP will sich für Naherholungsangebote am Erlenloch, stationäre Blitzer am Ortseingang (Höhe Freibad) und die Schaffung von Wohnraum einsetzen. Dafür gebe es weitere Flächen im Stadtteil, die Stadt müsse nur kreativer sein.

Linke

Hauptthema der Linken für Harleshausen ist die Verkehrspolitik: mehr Sicherheit und Platz für Fußgänger und Radfahrer an den großen Straßen und Kreuzungen, vor allem der Wolfhager Straße. Tempo 30-Zonen vor allem im Ortskern mit Grundschule, Geschäften und Markt. Gefordert wird der Ausbau des Nahverkehrs, mit Bau einer Straßenbahn über die Wolfhager Straße und engere Taktung der Busse Richtung Rasenallee. Weitere Themen: Wohnraum schaffen für den kleinen Geldbeutel (Kritik an Stadtvillen), direkte Beteiligung der Bürger sowie Unterstützung der Initiativen.

Freie Wähler

Die gute Gemeinschaft in Harleshausen ist für die Freien Wähler das wichtigste Ziel. Gewünscht werden etwa Straßenfeste. Weitere Themen: der Straßenbahnanschluss, Ladestationen für Elektroautos in Wohnsiedlungen und Mieterberatung.

(Andreas Hermann)

Stadtteilplan Harleshausen

Die Kandidaten

Gudrun Heuser, CDU

Gudrun Heuser (68) war von 2006 bis 2011 und ist seit 2016 im Ortsbeirat. Die stellvertretende Ortsvorsteherin und gelernte Hauswirtschaftsmeisterin ist als Dozentin tätig und engagiert sich unter anderem im Stadtteilbüro.

Sonja Henning, Grüne

Sonja Henning tritt auf der Grünen-Liste für den Ortsbeirat an und ist erstmals dabei. Die 46-jährige Volljuristin ist Dozentin für Sozial- und Verwaltungsrecht. Mit Familie wohnt sie seit zwei Jahren wieder in Harleshausen.

Reinhard Wintersperger, SPD

Reinhard Wintersperger (73) ist bereits seit 2006 Ortsvorsteher in Harleshausen. Der Richter a.D. ist Betreiber des Wochenmarkts und engagiert sich in vielen Vereinen im Stadtteil, etwa im Förderverein für das Schwimmbad.

Marcel Petry, FDP

Marcel Petry möchte für die FDP in den Ortsbeirat einziehen. Der 34-jährige Wirtschaftsjurist, der als Vertriebsleiter für eine Krankenkasse tätig ist, kandidiert erstmals. Die Kommunalwahl bezeichnet er als seine „Feuertaufe“.

Heinrich Wiedenfeld, Linke

Heinrich Wiedenfeld und die Linke treten erstmals zur Ortsbeiratswahl in Harleshausen an. Der 63-Jährige ist Chorleiter und Lehrer an einer Gesamtschule und dort im Personalrat aktiv. Seit zwei Jahren ist er bei der Linken.

Olaf Petersen, Freie Wähler

Olaf Petersen ist Spitzenkandidat der Freien Wähler in Harleshausen. Der 55-Jährige war bereits Stadtverordneter der Piraten, bei Demokratie erneuern und Oberbürgermeister-Kandidat in Kassel.

Die Listen

CDU (Wahlvorschlag 1):

  • Gudrun Heuser, Hauswirtschaftsmeisterin, Jahrgang 1952
  • Thomas Schönewald, Steuerberater, Jahrgang 1966
  • Julian Meyer, Auszubildender, Jahrgang 2000
  • Rainer Bärwald, Rentner, Jahrgang 1942
  • Hanns-Dieter Gerdum, Pensionär, Jahrgang 1939

Grüne (Wahlvorschlag 2):

  • Sonja Henning, Volljuristin, Jahrgang 1974
  • Andreas Hempel, Osteopath, Jahrgang 1975
  • Nicolas van Heteren-Frese, Team Lead Customer Marketing, Jahrgang 1985
  • Nicolas Klein, Illustrator, Jahrgang 1978
  • Gerhard Spahn, Lehrer, Jahrgang 1955
  • Dr. Enno Janßen, Pensionär, Jahrgang 1945
  • Peter Gries, Technischer Angestellter, Jahrgang 1958
  • Helga Weber, Pensionärin, Jahrgang 1947

SPD (Wahlvorschlag 3):

  • Reinhard Wintersperger, Richter a.D., Jahrgang 1947
  • Karin Rampe, Lehrerin, Jahrgang 1963
  • Norman Eickel, Einzelhandelskaufmann, Jahrgang 1981
  • Falk Rauscher, Lehrer, Jahrgang 1987
  • Philipp Gabriel, Bundeswehrsoldat, Jahrgang 1981
  • Dietmar Bürger, Politik- und Sozialwissenschaftler, Jahrgang 1969
  • Anja Möller, Kauffrau im Vertrieb, Jahrgang 1969
  • Patrick Hartmann, Geschäftsführer, Jahrgang 1982
  • Gösta Ehrhardt, Rentner, Jahrgang 1944
  • Klaus Plaß, Studiendirektor a.D., Jahrgang 1945

FDP (Wahlvorschlag 5):

  • Marcel Petry, Wirtschaftsjurist, Jahrgang 1987
  • Dr. Philip Wenzel, Politologe, Jahrgang 1970
  • Manuela Ernst, Zahnmedizinische Fachangestellte, Jahrgang 1974
  • Kristin Martens, Studentin, Jahrgang 2000
  • Thomas Burmeister, Holzwirt, Jahrgang 1964
  • Sven Roloff, Konstrukteur, Jahrgang 1983
  • Falko Eller-von Schmieden, Schüler, Jahrgang 2000
  • Gerrit Rethagen, Rentner, Jahrgang 1944
  • Helmut Reckert, Rentner, Jahrgang 1944
  • Sabine Anselmann-Seydler, Lehrerin, Jahrgang 1945
  • Gisela Schmidt, Rentnerin, Jahrgang 1946

Die Linke (Wahlvorschlag 6):

  • Heinrich Wiedenfeld, Lehrer, Jahrgang 1957
  • Sabine Frau Leidig, Bundestagsabgeordnete, Jahrgang 1961
  • Peter Köther Genannt Freitag, Angestellter, Jahrgang 1958
  • Brigitte Schöttner, Gewerkschaftssekretärin a.D., Jahrgang 1951

Freie Wähler (Wahlvorschlag 7):

  • Olaf Petersen, Arbeiter, Jahrgang 1965
  • Enrico Waap, Rentner, Jahrgang 1954
  • Corinna Kirchner-Breidenbach, Rentnerin, Jahrgang 1968
  • Helga Waap, Verkäuferin, Jahrgang 1964

Harleshausen in Zahlen

  • Einwohner: 13 045
  • Einwohner mit Migrationshintergrund: 8,2 %
  • Durchschnittsalter: 47,3 Jahre
  • Differenz der Zu- und Fortzüge: minus 82
  • Haushalte: 6546
  • Personen je Haushalt: 1,98
  • Alleinerziehende: 20,5 %
  • Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte: 4409
  • Arbeitslosenquote: 3,8 %
  • Leistungsempfänger: 6,8 %
  • Private Autos je 1000 Einwohner: 528,4

Quelle: Aktuellste Angaben aus dem Statistik-Atlas der Stadt Kassel

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.