Fünf Listen stellen sich zur Wahl

Ortsbeiratswahl in Kassel-Mitte: Wir stellen die Kandidaten, Listen und Themen vor

Hier schlägt Kassels Herz: Der Stadtteil Mitte ist nicht nur Einkaufs- und Arbeitsort für Tausende aus der Region, sondern auch Wohnquartier für 8343 Kasseler.
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Hier schlägt Kassels Herz: Der Stadtteil Mitte ist nicht nur Einkaufs- und Arbeitsort für Tausende aus der Region, sondern auch Wohnquartier für 8343 Kasseler. (Archivfoto)

Bei den Kommunalwahlen am 14. März entscheiden die Wähler auch über die neue Zusammensetzung der Ortsbeiräte. Wir stellen Kandidaten und Themen in den Kasseler Stadtteilen vor. Diesmal: Mitte.

Mitte – Im Stadtteil Mitte tobt das pralle Leben. Er ist Einkaufsmagnet und Arbeitsort für Tausende aus dem weiten Umland, Ausgehziel mit seinen Kinos, Bars und Restaurants sowie regionale Kulturbühne mit dem Staatstheater und diversen Museen. Wer hier wohnt, der schätzt die Vielfalt der Möglichkeiten nur wenige Schritte rund um seine Haustür. Die zentrale Lage hat aber auch ihre besonderen Herausforderungen, Verkehrsprobleme und Kriminalität sind längst nicht alle davon. Genug Stoff für die fünf Parteien, die sich zur Ortsbeiratswahl bewerben:

CDU

Die CDU setzt sich für eine möglichst schnelle Neugestaltung des Karlsplatzes ein, nachdem der Bau des documenta-Instituts per Bürgerbegehren gekippt wurde. Nach der Erneuerung der vorderen Friedrich-Ebert-Straße in Richtung Vorderer Westen müssten auch die Übergänge vom Zentrum nach Wehlheiden und zur Unterneustadt attraktiver gemacht werden, findet die Union. Außerdem solle die Stadt gemeinsam mit dem Einzelhandel einen interaktiven Online-Plan der Innenstadt mit Geschäften, Praxen und Öffnungszeiten erstellen. Auch die Nutzung von Bussen und Bahnen solle mit solchen informationstechnischen Mitteln erleichtert werden.

Grüne

Für die Grünen steht im Mittelpunkt, die Voraussetzungen für ein klimaneutrales Kassel bis 2030 zu schaffen. Dazu sei es nötig, Radwege sicherer zu machen, Verkehrsknotenpunkte fahrradfreundlicher zu gestalten und den Stadtraum barrierefrei zu entwickeln. Die Grünen sprechen sich für Verkehrsversuche innerhalb des Innenstadtrings aus mit dem Ziel, dort nur noch umweltfreundliche Fortbewegungsmittel zuzulassen. Die Partei will sich für mehr Aufenthaltsqualität im Zentrum einsetzen. Für die documenta fifteen müsse ein Nachhaltigkeitskonzept erarbeitet, die Kultur allgemein stärker unterstützt werden.

SPD

Auch die SPD will die Innenstadt attraktiver machen, sie setzt sich für eine Aufwertung der Unteren Königsstraße und für eine Neuordnung des ÖPNV-Knotenpunkts am Stern ein. Mehr Außengastronomie in der Fußgängerzone sowie in Randbereichen wie am Entenanger und Richtung Uni soll als Nebeneffekt auch das Sicherheitsempfinden verbessern, so die SPD. Sie will sich zudem dafür einsetzen, die Barrierewirkung der Kurt-Schumacher-Straße zwischen den Quartieren der früheren Altstadt abzumildern. Ideen für die Umwelt: 3000 zusätzliche Stadtbaum-Standorte und jährlich zwei neue Sonnenstromanlagen auf stadteigenen Dächern.

FDP

Die FDP spricht sich für eine Senkung der Parkgebühren im Zentrum aus – diese müssten ab Nachmittag komplett wegfallen, damit der Innenstadthandel gegenüber dem Online-Handel und Einkaufszentren an der Peripherie nicht weiter ins Hintertreffen gerate. In diesem Zusammenhang müsse die Aufenthaltsqualität deutlich gesteigert werden – hier fordert die FDP ein schärferes Vorgehen gegen Kleinkriminalität und Auswüchse der Trinker- und Drogenszene.

 Freie Wähler

Die Freien Wähler legen ihr Augenmerk darauf, einen guten neuen Standort im Zentrum für das Stadtarchiv zu finden. Mit dem bevorstehenden Umbau der Markthalle müsse diese Frage gelöst werden. Auch die nach wie vor offene Standortfrage des documenta-Archivs ist laut den Freien Wählern ein Thema für den Ortsbeirat, ebenso wie die corona-bedingten Strukturveränderungen in der Innenstadt.

(Axel Schwarz)

Stadtteilkarte von Kassel-Mitte

Die Kandidaten

Schon früh engagiert

Jonas Pflücker, CDU

Jonas Pflücker (23) engagiert sich politisch seit seinem 17. Lebensjahr, zuvor war er in der Schülervertretung der Albert-Schweitzer-Schule aktiv. Nun bewirbt er sich auf Listenplatz 1 der CDU für den Ortsbeirat. Der Single hat neun der vergangenen elf Jahre in Kassel gewohnt.

Erste Kandidatur

Julia Herz, Grüne

Julia Herz (24) ist in Berlin geboren und in einem kleinen Dorf in Hessen aufgewachsen. Seit 2016 lebt sie in Kassel, wo sie Politik- und Wirtschaftswissenschaften studiert. Die ledige Kandidatin will „eine junge und feministische Sichtweise“ in die Stadtteilpolitik einbringen.

Die Ortsvorsteherin

Sabine Wurst, SPD

Sabine Wurst (35) ist seit 2019 Ortsvorsteherin. In der Nordstadt aufgewachsen lebt sie seit fünf Jahren mit zwei Katzen in einer Wohngemeinschaft in Mitte. Sie ist ledig, gelernte Kauffrau für Bürokommunikation und arbeitet als Geschäftsführerin bei der Kasseler SPD.

Der Bauingenieur

Bernhard Brunsch, FDP

Bernhard Brunsch (66) gehört seit 2016 für die FDP dem Ortsbeirat an. Der selbstständige Immobilienprojektentwickler hat in England Bauingenieurwesen, Management und Volkswirtschaft studiert. Brunsch ist verheiratet und hat eine junge Familie mit drei Kindern.

Die Historikerin

Bettina Dodenhoeft, Freie Wähler

Dr. Bettina Dodenhoeft (64) stammt aus Köln und lebt seit fast 30 Jahren im Stadtteil. Die promovierte Historikerin arbeitet teils freiberuflich, teils beim Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Seit 2016 sitzt sie im Ortsbeirat. Sie ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Die Listen

CDU (Liste 1)

  • Jonas Pflücker, Kaufmann in Ausbildung, Jahrgang 1997
  • Matthias Henseler, selbstständiger Kaufmann, Jahrgang 1973
  • Joachim Hoesch, Rentner, Jahrgang 1940

Grüne (Liste 2)

  • Julia Herz, Studentin, geb. 1997
  • Johannes Kreuzer, Regionalmitarbeiter, Jahrgang 1996
  • Katharina Griesel, Sportwissenschaftlerin, Jahrgang 1983
  • Miriam Winklhöfer, Studentin, Jahrgang 1989
  • Evelyn Verch, Lehrerin, Jahrgang 1971
  • Reinhold Weber, Grafiker, Jahrgang 1957

SPD (Liste 3)

  • Sabine Wurst, Geschäftsführerin, Jahrgang 1985
  • Dieter Seidel, Rentner, Jahrgang 1956
  • Marion Streich, Rentnerin, Jahrgang 1948
  • Lars Hennemann, Politikwissenschaftler, Jahrgang 1989
  • Katja Wurst, Studentin, Jahrgang 1987
  • Manon Koch, Studentin, Jahrgang 1993

FDP (Liste 5)

  • Bernhard Brunsch, Bauingenieur, Jahrgang 1954
  • Hannes Heinrich, Network-Engineer, Jahrgang 1997
  • Lucas Quentel, Student, Jahrgang 1993
  • Jonatan Schmidt, Automatenaufsteller, Jahrgang 1977

Freie Wähler (Liste 7)

  • Dr. Bettina Dodenhoeft, Angestellte, Jahrgang 1957
  • Detlev Hafermaas, Rentner, Jahrgang 1941
  • Dr. Martin Dodenhoeft, Angestellter, Jahrgang 1957
  • Roland Neuschäfer, Rentner, Jahrgang 1954

Kassel-Mitte in Zahlen

  • Einwohner: 8343
  • Durchschnittsalter: 40,1 Jahre
  • Einwohner mit Migrationshintergrund: 42,8 %
  • Haushalte: 5241
  • Personen je Haushalt: 1,59
  • Alleinerziehende: 26,8 %
  • Arbeitslosenquote: 9,4 %
  • Private Autos je 1000 Einwohner: 288,9

Quelle: Statistik-Atlas der Stadt Kassel

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