Ottoneum lockt Publikum mit neuer Ausstellung

Kassel. Legende oder lebendig? Dieser Frage nach der Existenz sagenumwobener Lebewesen geht eine neue Sonderausstellung des Naturkundemuseum nach, die am Sonntag eröffnet wird.

Die Schau mit dem Titel „Monster? Nessie, Bigfoot und Kraken auf der Spur“ wurde vom Museum selbst konzipiert und ist die aufwendigste, die dort in den vergangenen Jahren zu sehen war.

Zwei Jahre lang und mit einem Budget von 120.000 Euro sei die Ausstellung vorbereitet worden, sagt Museumsleiter Dr. Kai Füldner. Das Ergebnis ist eine üppig ausgestattete Überblicksschau von Geschöpfen, die aus unterschiedlichen Gründen zur Legende wurden. Dabei legt das Museum sein Augenmerk auf Lebewesen, die unter biologischen Kriterien existieren könnten.

Der Rundgang durch die Schau beginnt mit aufwendigen Rekonstruktionen fantastischer Kreaturen wie Bigfoot, des Ungeheuers von Loch Ness und einer Seeschlange. Bigfoot, der die Besucher in einem nachgebauten Wald erwartet, wurde für 30.000 Euro von einer Berliner Modellbauerin als Silikonfigur nachgebildet. Auf Bildschirmen und Schautafeln werden Filme und Fotos angeblicher Sichtungen der fantastischen Wesen gezeigt und wissenschaftlich eingeordnet. „Es ist aus unterschiedlichen Gründen auszuschließen, dass es Bigfoot und Nessie tatsächlich gibt“, sagt Füldner.

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Anders sieht es bei den Tieren aus, die einen Raum weiter präsentiert werden: Riesenkalmar, Riesenmaulhai und der zehn Meter lange Riemenfisch sehen zwar aus wie aus einer Ungeheuersage, sie leben aber - meist verborgen - in unseren Meeren. Der Riesenmaulhai etwa wurde erst 1976 durch Zufall entdeckt, als er an der Ankerkette eines Zerstörers hing. „Es gibt 1,5 Mio. beschriebene Tierarten. Experten schätzen aber, dass es insgesamt 10 bis 30 Mio. Arten weltweit gibt“, sagt Füldner. Zu den Unbekannten zählten aber vermutlich vor allem Insekten, die zum Teil in winzigen Populationen lebten, und Tiere aus der Tiefsee.

Zum Schluss schlägt die Ausstellung einen Bogen zu Tieren, deren belegte Existenz endete. So sind der Beutelwolf auf Tasmanien, der neuseeländische Laufvogel Moa und der Dodo auf Mauritius zwar offiziell ausgestorben, aber niemand wisse, ob irgendwo noch eine Population existiere, sagt Füldner. Weiterer Höhepunkt der Ausstellung ist eine Nachbildung des Zwergenmenschen Orang Pendek, der als Primat bis vor 12.000 Jahren auf Sumatra existierte. Einige Forscher behaupten, seine Art lebe dort heute noch.

Von Bastian Ludwig

Bilder aus dem Ottoneum

Monster? - die neue Ausstellung im Ottoneum

Rubriklistenbild: © Herzog

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