Overmeyer: Ärger um Arbeiten für  Baustraße auf Königsplatz

Schweres Gerät im Einsatz: Die Sandsteinplatten auf dem Königsplatz werden vor dem Overmeyer-Gebäude und dem benachbarten Geschäftshaus durch einen Asphaltbelag ersetzt. Die Arbeiten sollen am Freitag beendet sein.

Kassel. Die Coffee Bar am Königsplatz hat wegen der Bauarbeiten drei Tage geschlossen, die DocMorris-Apotheke nebenan arrangiert sich mehr schlecht als recht mit der Situation. Der Niedergang des alten Overmeyer-Hauses in Kassel kostet Nerven.

In der Verlängerung der Straße An der Garnisonkirche und vor dem Haus Königsplatz 38 heben Bauarbeiter seit Dienstag die vorab nummerierten Sandsteinplatten aus. Stück für Stück, damit sie keinen Schaden nehmen. Die Platten werden eingelagert und durch einen provisorischen Asphaltbelag ersetzt, über den später der Baustellenverkehr zum Overmeyer-Gebäude rollt.

Das Overmeyer-Haus und seine Geschichte im Regiowiki

Das in die Jahre gekommene Geschäftshaus aus den 1960er-Jahren wird ab Mitte Juli entkernt und nach der documenta abgerissen. An seiner Stelle entsteht ein Neubau für den Sport- und Freizeitausrüster SportScheck. Bauherr ist ein Ableger des Braunschweiger Unternehmens Kanada Bau.

Die Nachbarn sehen den Bauarbeiten mit Unbehagen entgegen, weil die gesamte Baustelle über den Königsplatz abgewickelt werden muss. Die Pläne, auf die Rückseite mit dem Parkdeck auszuweichen, sind am Widerstand der Eigentümergemeinschaft gescheitert. Der Vorbesitzer des Overmeyer-Gebäudes, die Göttinger Grundinvest Kö, hatte sich jahrelang vergebens um eine Einigung bemüht. Sie war dem Vernehmen nach vor allem am Widerstand eines Eigentümers gescheitert.

Das Parkdeck scheidet damit aus. Zwar seien während der Bauzeit kleinere Transporte darüber möglich, sagt der Leiter des Stadtplanungsamtes, Heinz Spangenberg. Für Schwerlastverkehr sei das Parkdeck aber nicht ausgelegt. Es sei damals hauptsächlich für den Lieferverkehr gebaut worden. Autos und Transporter könnten dort problemlos stehen, aber eben keine Schwertransporter. Das Parkdeck sei zwar marode, abgerissen werden müsse es aber nicht. Dies habe ein Gutachten ergeben. „Es ist benutzbar“, sagt Spangenberg.

Damit hat sich auch die erneute Hoffnung der Nachbarn zerschlagen, dass es doch noch eine andere Lösung geben könnte. Die Anrainer befürchten, dass Kunden beziehungsweise Patienten wegen der Baustelle auf dem Königsplatz wegbleiben. Im Nachbarhaus Königsplatz 38 gibt es neben der Apotheke und der Coffee Bar unter anderem zwei Arztpraxen und eine Änderungsschneiderei.

Wegen quer stehender Laster sei die Apotheke am Montag zeitweise nicht erreichbar gewesen, klagt Seniorchef Guntram Klocke. „Nur durch Bitten und Betteln ging’s dann einigermaßen.“ Wenn das so weitergehe, werde man juristische Hilfe in Anspruch nehmen müssen. „Bei einem so empfindlichen Bauplatz wie dem Königsplatz sollte man abends oder nachts arbeiten“, sagt der Apotheker und betont: „Wir wollen, dass gebaut wird.“ Aber es müsse mit Rücksicht geschehen - auch wegen der vielen Menschen, die tagsüber über den Platz schlenderten. (els)

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