Kleingartenanlagen nicht betroffen

Pachtgärten werden teurer - zwei Erhöhungsschritte um je 15 Prozent

Pächter sollen mehr bezahlen: Ein Garten am Feldlager zwischen Harleshausen und dem Jungfernkopf. In diesem Gebiet verpachtet die Stadt etwa 130 Grabelandparzellen. Foto: Zgoll

Kassel. Rund 600 Grabelandpächter im Stadtgebiet sollen ab nächstem Jahr höhere Gebühren für die von ihnen genutzten Gartenflächen zahlen. Laut einer Mitteilung aus dem Rathaus wird die Pacht zum 1. April 2014 um 15 Prozent erhöht und zum Frühjahr 2016 um weitere 15 Prozent.

Die Stadt erwartet ab diesem Zeitpunkt jährliche Mehreinnahmen von 16.000 Euro.

Gärten, die in Anlagen von Kleingartenvereinen liegen, sind von der Erhöhung nicht betroffen. Bei den 600 Grabelandflächen handelt es sich um Parzellen, die überall im Stadtgebiet auf unbebautem Gelände verstreut sind. Anders als die Kleingärten sind sie nicht durch einen Bebauungsplan geschützt. Die Pachtverträge gelten im Prinzip immer nur für ein Jahr. Sie verlängern sich aber stillschweigend, sofern die Stadt mit dem Grund und Boden nichts anderes vorgesehen hat.

Preise stabil seit 20 Jahren

Nach Angaben des städtischen Liegenschaftsamts sind die Pachtentgelte seit 20 Jahren nicht angehoben worden. Die Verbraucherpreise seien seither um mehr als 30 Prozent gestiegen, an dieser üblichen Richtschnur orientiere man sich bei der Pachterhöhung, heißt es bei der Stadt.

Reinhold Six

Für etwa 500 der 600 Grabelandflächen übernimmt der Stadt- und Kreisverband der Kleingärtner (SKV) im Auftrag der Stadt die Verwaltung und Verpachtung. Vorsitzender Reinhold Six sagte, der SKV habe mit seinem Veto verhindert, dass die Pacht in einem einzigen Schritt um fast ein Drittel erhöht wird: „Das wäre sozialnicht durchsetzbar gewesen.“ Dennoch müsse der Verband nun eine Preissteigerung publik machen, die er selbst nicht veranlasst habe.

Jeder wird angeschrieben

In den nächsten Wochen werde der SKV die Gartenfreunde per Brief informieren, was demnächst an Kosten auf sie zukommt. Weitere 100 Pächter würden direkt von der Stadt angeschrieben.

Damit die Pachtverhältnisse weitergehen, müssen die betreffenden Gartenfreunde nach Angaben von Six schriftlich antworten und ihr Einverständnis mit den neuen Bedingungen erklären. „Da sind wir ziemlich gespannt auf die Reaktionen – und auch darauf, wie viele Schreiben zurückkommen“, sagte der SKV-Vorsitzende. Der Stadt- und Kreisverband der Kleingärtner, dem etwa 5500 Mitglieder in 44 Vereinen angehören, ist Generalpächter der meisten Kleingartenanlagen im Stadtgebiet. Seit 1998 verwaltet der SKV darüber hinaus einen Großteil der städtischen Grabelandflächen.

Die Klientel sei in beiden Bereichen unterschiedlich, sagte Six: Für die frei verpachteten Gärten würden sich vor allem Menschen interessieren, die mit dem Vereinsleben und den Gemeinschaftsaufgaben in den Kleingartenanlagen nicht viel anfangen könnten. Vor allem bei Kasselern mit ausländischen Wurzeln seien die Grabelandflächen beliebt. Ihr Anteil unter den Pächtern betrage zwei Drittel bis drei Viertel, schätzt Six.

Von Axel Schwarz

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