Paketdienste in Verruf: Branche fehlen Fahrer

Kassel. Der schlechte Ruf der Branche bereitet den Subunternehmern von Paketdiensten wie GLS, DPD und Hermes Probleme.

Sie finden kaum Fahrer, und Banken halten sich mit Krediten zurück, weil sie diese Firmen als Risikobetriebe einstufen. Das berichten drei Subunternehmer, die für einen Paketdienst arbeiten.

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Nachdem die HNA über die Verhältnisse bei GLS und Fahrerlöhne von 1200 Euro brutto berichtete, stellten sich die Subunternehmer aus der Region einem Gespräch mit der Redaktion. Schuld an den teilweise katastrophalen Arbeitsbedingungen seien schwarze Schafe, die mit Dumpinglöhnen und Ausbeutung der Fahrer ihr Geschäft in Verruf brächten, sagten sie.

Sie arbeiten seit über 20 Jahren für einen Paketdienst und fordern ein differenziertes Bild ihrer Branche. Ursache des Problems sei eine negative Preisspirale, die sich auf die Arbeitsbedingungen auswirke. Wegen der Konkurrenz seien höhere Preise und damit höhere Löhne kaum realisierbar. 1200 Euro seien aber Ausbeutung, sagen sie, 1500 Euro seien das Mindeste.

Die Vergütung der Subunternehmer durch die Paketdienste sei in den vergangenen Jahren nicht an die gestiegenen Kosten, etwa für Diesel, angepasst worden. Weil es keine Hürden für den Berufszugang gebe, kämen zudem immer neue Subunternehmer auf den Markt, die sich mit Kampfpreisen auf Touren bewerben.

Die Paketdienste prüften nicht, ob mit dem vereinbarten Geld die Fahrer ordentlich bezahlt werden können. Jeder Depot-Leiter entscheide über die Verteilung seines Budgets. Zum Teil gebe es Pauschalen, meistens werde nach Anzahl ausgelieferter Pakete bezahlt. So erhielten Subunternehmer etwa 5000 Euro monatlich für eine Tour von 250 Kilometern, die von Montag bis Freitag bedient werde. Von dem Geld müssen der Fahrer, die Fahrzeuge und der Sprit bezahlt werden. (bal)

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