Noch nie fanden so viele Abstimmungen wie am 27. März in Kassel zeitgleich statt

52 Paletten für die Wahl

Stimmzettel wie Tischdecken: Um den großen Wahlzettel für die Stadtverordnetenversammlung stehen Kassels Wahlleiter Hans-Jochem Weikert (von rechts) und sein Team Arthur Costigliola, Sabine Bergmann, Manfred Kimm, Karsten Schwartz und Helmut Schäfer. Foto: Michaelis

Kassel. Wer seine Kreuze im Briefwahlbüro des Kasseler Rathaus schon jetzt macht, bekommt einen Eindruck von der Logistik hinter der Wahl. Dort stehen Dutzende Kartons mit Wahlunterlagen. Insgesamt seien bereits 52 Euro-Paletten mit Material im Rathaus angekommen, sagt Wahlleiter Hans-Jochem Weikert. „Das ist noch nicht alles, es kommt noch mehr.“

Und es wären noch mehr Unterlagen, wenn die Wahlbeteiligung in den vergangenen Jahren höher gewesen wäre. Doch so reiche es, Stimmzettel für etwa 80 Prozent der Wahlberechtigten vorzuhalten, sagt Weikerts Stellvertreter Helmut Schäfer. An der Kommunalwahl 2006 hatten sich in der Stadt 37,1 Prozent der Wähler beteiligt.

Für Weikert und sein Team ist es schon eine kleine Herausforderung, den Überblick zu behalten. Noch nie fanden zeitgleich so viele Abstimmungen in Kassel statt. Und für alle gelten andere Bedingungen. An der Volksabstimmung über die Schuldenbremse dürfen keine EU-Bürger teilnehmen. Wegen Umzügen innerhalb der Stadt unterscheidet sich die Zahl der Wahlberechtigten für Ortsbeiratswahlen einerseits sowie Stadtverordneten- und Oberbürgermeisterwahl andererseits.

Weil das Wählen mit Kumulieren und Panaschieren nicht einfach ist, kann sich jeder Wahlberechtigte vorher mit Musterwahlzetteln vorbereiten. Allerdings dürfen diese nicht für die Briefwahl verwendet und auch nicht in die Urne gesteckt werden, sagt Weikert. Dafür dürfen nur amtliche Wahlzettel genutzt werden.

Bei der Wahl am 27. März sind knapp 2000 Helfer im Einsatz, die einen langen Abend haben werden. Zunächst müssen sie die Zettel für die Volksabstimmung auszählen. Anschließend geht es an die Oberbürgermeisterwahl. Mit ersten Ergebnissen sei gegen 20.30 Uhr zu rechnen, sagt Weikert.

Danach machen sich die Helfer an die Wahlzettel für Stadtverordnetenversammlung und Ortsbeiräte. Zunächst werden die Zettel gezählt, auf denen ganze Listen angekreuzt sind. Mit einer ersten Tendenz sei gegen 22 Uhr zu rechnen. Das endgültige Ergebnis liegt erst in den folgenden Tagen vor. Dann zählen 650 Mitarbeiter im Rathaus alle Stimmzettel genau aus.

Im Rathaus wird für den Wahltag ein eigenes kleines Call-Center eingerichtet. Denn aus allen 200 Wahllokalen und Briefwahlbezirken werden die Ergebnisse für jede Abstimmung durchgegeben. Kontakt: Briefwahlbüro Stadt Kassel im Bürgersaal des Rathauses, Fax 05 61 / 787 22 78, E-Mail: briefwahl@stadt-kassel.de

Von Claas Michaelis

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