Einrichtung am Klinikum Kassel

Palliativ-Team für schwerstkranke Kinder: Einfühlsame Helfer gesucht

Kassel. Seit 2011 schon versorgt das Kinder-Palliativ-Team am Klinikum Kassel schwerstkranke Kinder und begleitet sie in ihrem gewohnten Zuhause auf ihren letzten Lebensweg.

Um eine flächendeckende und dauerhafte Palliativversorgung von Kindern und Jugendlichen in Nordhessen aufzubauen, ist der Trägerverein „Kleine Riesen Kassel“ nun einen entscheidenden Schritt vorangekommen: Jetzt sollen Krankenschwestern sowie -pfleger und ein Kinderarzt eingestellt werden.

Ermöglicht werde dieser Schritt nicht nur durch viele große und kleine Spenden und Erlöse aus der „Tour der Hoffnung“, sondern auch durch eine Zuweisung der Landesregierung in Höhe von 75 000 Euro, sagt Prof. Michaela Nathrath, Direktorin der Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie am Klinikum. Wenn das nötige Personal da sei und mit der Unterstützung des Klinikums die Strukturen aufgebaut seien, hoffe man, bald danach den Vertrag mit den Krankenkassen abschließen zu können. Denn nur mit einem Vertrag, der reell das komplexe Leistungsspektrum wie medizinische, pflegerische Betreuung und psychosoziale Unterstützung absichert, könne das ambulante Kinder-Palliativ-Team eine zuverlässige Versorgung aufbauen. Ziel sei es, nicht nur in einzelnen Fällen zu helfen, sondern für alle schwerstkranken Kinder in der Region ambulante Hilfe anbieten zu können.

Gesucht werden nun engagierte und mitfühlende Mitarbeiter, die mobil sind und Pioniergeist haben. Auch sollten sich die Mitarbeiter der Aufgabe gewachsen fühlen, Kinder in der letzten Phase ihres Lebens professionell zu begleiten und dabei auch Eltern, Geschwister und Großeltern zu betreuen. Die Stellen, die auch in Teilzeit eingerichtet werden könnten, seien für mindestens ein Jahr gesichert. „Wir hoffen auf Bewerbungen aus der Region“, sagt Dr. Thomas Voelker.

Das Palliativ-Team hat bereits 21 Kinder und Jugendliche mit ihren Familien auf diesem schweren Weg begleitet. „Ohne die Unterstützung des Palliativ-Teams hätten wir unsere letzte gemeinsame Zeit nicht so bewusst und behütet erleben können“, sagen zum Beispiel die Eltern eines neunjährigen Mädchens, das an einem bösartigen Hirntumor starb. Den Eltern die Angst zu nehmen und die Kinder auch medizinisch so gut zu betreuen, dass sie diese Zeit möglichst symptomarm erleben, seien wichtige Ziele, erläutern die engagierten Ärzte.

Spenden werden gebraucht

Sie rechnen damit, künftig 30 bis 35 schwerstkranke Kinder pro Jahr ambulant zu versorgen. „Für die Kinder ist es fast immer sehr erstrebenswert, dass sie zu Hause bleiben“, sagt Michaela Nathrath. Und auch wenn es hoffentlich demnächst gelinge, den Vertrag mit den Krankenkassen abzuschließen, so werde der Verein auch künftig auf Spenden angewiesen sein, weil zum Beispiel die psychosozialen Leistungen nicht von den Kassen finanziert würden. (hei) Archivfotos:  Dilling / Klinikum / nh

Bewerbungen, Kontakt und Infos: Tel. 0561/ 9805501, E-Mail: sappv@klinikum-kassel.de

Spenden an: 

„Kleine Riesen Kassel e. V.“, Kasseler Sparkasse, IBAN: DE27 5205 0353 0002 1851 56

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ ZB

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