Die richtigen Antworten lagen schon vor

Panne bei der Jägerprüfung: Regierungspräsidium Kassel räumt Fehler ein

Auf der Jagd: Bei der Jägerprüfung ging in diesem Jahr nicht alles glatt.
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Auf der Jagd: Bei der Jägerprüfung ging in diesem Jahr nicht alles glatt.

Von einer solchen Situation träumt jeder Prüfling – ob Abiturient oder Auszubildender, ob Student oder Fahrschüler. Er schaut auf sein Aufgabenblatt, und – siehe da: Dort stehen nicht nur die Fragen, sondern auch schon die richtigen Antworten dazu.

Kassel - Geschehen ist das jetzt bei der Jägerprüfung, für die das Regierungspräsidium Kassel hessenweit zuständig ist. Jahr für Jahr nimmt es im ganzen Bundesland annähernd 500 Prüfungen ab, wobei dazu ein schriftlicher und ein praktisch-mündlicher Teil zählen. Im Erfolgsfall erhält der Prüfling den Jagdschein – vorausgesetzt, er legt auch noch ein Führungszeugnis vor und besteht die Überprüfung durch den Verfassungsschutz.

Bei der in die Sachgebiete Wildbiologie, Jagdbetrieb, Waffenkunde und Recht unterteilten schriftlichen Prüfung passierte die Panne – beim Thema Waffenkunde: Von den 25 Fragen, die innerhalb dieses Sachgebiets zu bewältigen sind, waren 16 schon beantwortet, bevor die Prüflinge überhaupt grübeln mussten. Die richten Antwortmöglichkeiten? Schon angekreuzt. Für die Prüflinge bedeutete das quasi: Jeder Schuss ein Treffer.

Panne bei der Jägerprüfung: Fehler soll in Zukunft nicht wieder vorkommen

Das Regierungspräsidium Kassel, das seit 2001 auch Obere Jagdbehörde des Landes Hessen ist, bestätigt die Panne auf Nachfrage unserer Zeitung. Es sei zu „einem Sortierungsfehler gekommen“, heißt es. Und: „Das Regierungspräsidium bedauert den Vorfall außerordentlich, stellt aber durch ein erweitertes Qualitätsmanagement sicher, dass ein solcher Fehler zukünftig nicht mehr vorkommen kann.“

Nur: Wie umgehen mit dem Fehler? Muss die Prüfung vom 26. September nun wiederholt werden? Das Regierungspräsidium hat sich für einen anderen Weg entschieden und die bereits im Vorfeld beantworteten Fragen nicht gewertet. Es ist der Meinung, dass die Prüfungsausschüsse durch die Bewertung der korrekt dargestellten und zu beantwortenden Fragen die Prüfung vollständig abnehmen konnten.

Ob die Vorgehensweise die Quote der bestandenen Prüfungen von normalerweise 70 bis 80 Prozent erhöht hat, lässt sich noch nicht sagen. Die praktischen Prüfungen stehen erst an. Hier werden Situationen aus dem wirklichen Jagdleben simuliert, die dann von den Prüflingen zu lösen sind. Ein wichtiger Bestandteil ist auch die Waffenbehandlung. Der Prüfling ist dann auf sich selbst gestellt. Auf richtige Antworten von irgendwoher kann er nicht hoffen. (Von Florian Hagemann)

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