Fahrzeuge sind verkauft und lassen sich nicht mehr begutachten

Panne bei Ermittlungen zu Schrott-Bussen

Kassel/Fuldatal. Panne bei den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wegen der schrottreifen Busse, die vor etwas mehr als einem Jahr in Kassel aus dem Verkehr gezogen wurden. Ob und wann sich deswegen jemand vor Gericht verantworten muss, ist ungewiss.

Eigentlich müssten einige der Busse erneut begutachtet werden, doch inzwischen sind die Fahrzeuge verkauft worden und für die Behörden nicht mehr greifbar.

Ermittelt werde gegen den Geschäftsführer der Firma Henze Reisen aus Fuldatal sowie zwei Mitarbeiter der Dekra, sagte Oberstaatsanwalt Hans-Manfred Jung auf Anfrage. Sie stehen im Verdacht, acht Busse mit teils schweren Mängeln mit Prüfplaketten versehen zu haben.

Zufällig war der Polizei im September 2009 ein schrottreifer Bus aufgefallen, mit dem Henze im Auftrag der KVG fuhr. Bremsleitungen waren porös, Klebeband hielt Teile der Karosserie zusammen. In der Folge waren sieben weitere Fahrzeuge mit schweren technischen Mängeln aufgetaucht. Die 15 bis 20 Jahre alten Busse waren nicht mehr verkehrstüchtig, dennoch trugen sie Prüfplaketten.

Zur Begutachtung für die Ermittlungen seien die acht Busse zunächst beschlagnahmt worden, sagte Jung. Nachdem das erste Gutachten Ende September vorlag, seien die Fahrzeuge freigegeben und zwei Monate später verkauft worden. Im Januar 2010 sei das Gutachten ergänzt worden. Jedoch beruhten die weiteren Erkenntnisse auf der ersten Begutachtung. Im April 2010 habe sich herausgestellt, „dass auch mit dem Ergänzungsgutachten nicht weiterzukommen war“, sagte Jung.

Derzeit würden Beschuldigte vernommen. Die Ermittler müssen herausfinden, „was die Beteiligten zum tatsächlichen Zustand der Busse konkret gewusst beziehungsweise nicht gewusst haben“, sagte Jung. Eine Prognose, wann Anklage erhoben wird, lasse sich nicht treffen.

Von Claas Michaelis

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