Über 10.000 Wähler in Statistik zeitweise verschwunden

Panne im Kasseler Rathaus verändert Wahlergebnis

Kassel. Wegen 10.000 vorübergehend verschwundener Wähler in der Kommunalwahlstatistik musste das Ergebnis der Wahl zur Kasseler Stadtverordnetenversammlung korrigiert werden. Ursache der Panne war laut Stadt-Pressesprecher Hans-Jürgen Schweinsberg „ein Fehler, der im menschlichen Bereich liegt.“

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Am Montagnachmittag hatte die Stadt kurz nach 16 Uhr das vorläufige Endergebnis der Stadtverordnetenwahl veröffentlicht. Auch auf den Internet-Seiten der Stadt war nachzulesen, dass es das Wahlbündnis AUF Kassel noch knapp geschafft hatte, einen Sitz im Stadtparlament zu erringen. Die Grünen kamen zu dieser Zeit auf 17 Sitze. Basis der Auswertung war die Zahl von 51 199 Wählern.

Doch diese Zahl war falsch. Und sie wich zudem von der Wählerzahl ab, die dem Statistischen Landesamt in Wiesbaden gemeldet worden war. Das bemerkten auch Bürger, die sich nicht allein im städtischen Internet-Auftritt, sondern auch auf den Internet-Seiten des Landesamtes über den Wahlausgang in Kassel informieren wollten. Über 10 000 verlorene Wähler sorgten dem Vernehmen nach auch für gehörigen Unmut beim gerade wiedergewählten Kasseler Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD).

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Wahlergebnisse aus den Kasseler Stadtteilen für die Stadtverordnetenversammlung

Gegen 19 Uhr korrigierte die Stadtverwaltung auf 61 570 Wähler. Die rund 700 000 zusätzlichen Stimmen blieben nicht ohne Auswirkung auf die künftige Stadtverordnetenversammlung. Jetzt war AUF Kassel aus dem Stadtparlament herausgeflogen, die Grünen kamen nun auf 18 Sitze.

Die Panne sei zwar bedauerlich, „aber da wo Menschen arbeiten, können immer Fehler entstehen“, erklärt Kassels Wahlleiter Hans-Jochem Weikert: „Darum bitte ich um Verständnis“. Die Auswertung der komplizierten Wahlzettel stelle auch an die erfahrensten Beteiligten höchste Anforderungen.

Von Jörg Steinbach

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