Rheinmetaller schauen optimistisch nach vorn

Panzerbau: Rheinmetaller schauen optimistisch nach vorn

Wannenproduktion bei RLS: Der Bau eines Panzers oder gepanzerten Fahrzeugs ist sehr personalintensiv. Rheinmetall hat eine hohe Fertigungstiefe. Fotos: Koch

Kassel. Vor eineinhalb Jahren noch ging am Rheinmetall-Standort in Kassel die Angst um: Beschäftigte, Betriebsräte und Gewerkschaft waren in großer Sorge um Jobs und Werke.

Denn der Düsseldorfer Autozulieferer und Rüstungskonzern hatte angekündigt, im Rahmen einer Umstrukturierung etwa 300 der seinerzeit 410 Stellen bei der Rheinmetall Landsysteme GmbH (RLS) abzubauen und nach Unterlüß in der Südheide zu verlagern. In der RLS hat Rheinmetall die Kettenfahrzeug-Aktivitäten konzentriert.

Stefan-M. Gaide

Rheinmetaller schauen optimistisch nach vornDas ließ Befürchtungen keimen, die Verlagerung der RLS-Produktion könnte auch einen schrittweisen Weggang der Schwestergesellschaft Rheinmetall MAN Military Vehicles GmbH (RMMV) nach sich ziehen – was einem Tod des Standorts auf Raten gleichgekommen wäre.

Dirk Hentschel

Aber es kam anders. Rheinmetall änderte die Strategie und baute die RLS zum Kompetenzzentrum für Baugruppen und Komponenten wie Wanne und Hydraulik-Technik sowohl für Rad- als auch für Kettenfahrzeuge und zum zentralen Instandsetzungs- und Modernisierungsstandort um. Mit der Folge, dass noch immer 300 Menschen bei RLS beschäftigt sind. Geht es nach dem Willen von Werkleiter Stefan-Michael Gaide, soll das auch so bleiben. Er wähnt sein Werk auf gutem Weg. „Ich habe berechtigte Hoffnungen, dass wir die Mannschaft auch über 2016 hinaus halten können“, sagt er im Gespräch mit dieser Zeitung.

Derzeit bauen die RLS-Profis aus Kassel zehn schwere Minenräum- und Pionierpanzer des Typs Kodiak für die Niederlande und modernisieren unter anderem Keiler-Berge-, Leopard-Kampf- und Marder-Schützenpanzer.

Dr. Marco Nöding

Die Zukunft von RLS in Kassel hängt stark am Erfolg der Schwester RMMV, die sich derzeit einer guten Auftragslage erfreut und zahlreiche Komponenten von den Nachbarn bezieht. Die Radpanzerspezialisten bauen derzeit 20 neue Sanitätsfahrzeuge auf Basis des Vierachsers Boxer sowie 54 moderne Füchse des völlig überarbeiteten Typs 2 für ein nordafrikanisches Land, möbeln das vom Afghanistan-Einsatz zurückkehrende Material auf und ertüchtigen ältere Radpanzer und gepanzerte Fahrzeuge. „Wir haben gut zu tun“, sagt Produktionsleiter Dirk Hentschel. „Die Geschäfte laufen zu unserer Zufriedenheit“, stimmt der RMMV-Vertriebsleiter für Westeuropa, Dr. Marco Nöding, zu. 580 Menschen beschäftigt die Gesellschaft in Kassel – Tendenz steigend. Damit stehen in beiden Rheinmetall-Werken in Nordhessen 880 Menschen in Lohn und Brot, etwa 60 weniger als zu Beginn der Umstrukturierung.

2010 hatte Rheinmetall die bis dahin kombinierten Rad- und Kettenpanzer-Aktivitäten auseinander- und sein Geschäft mit Radfahrzeugen mit der Militärsparte des Lkw-Bauers MAN zusammengelegt. Rheinmetall hält 51 Prozent am Gemeinschaftsunternehmen und hat somit die industrielle Führung bei RMMV.

Von José Pinto

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.