Entlastung von 400.000 Euro 

Parken in Kassel ab 18 Uhr bald kostenlos - aber nur außerhalb der City

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Ab 18 Uhr benötigen Autofahrer in Kassel bald kein Ticket mehr - allerdings nur außerhalb der Innenstadt.

Ab Dezember gilt in Kassel eine neue Parkgebührenordnung. Autofahrer müssen sich auf wesentliche Änderungen einstellen: Elektroautos parken künftig kostenfrei. Trotzdem gibt es Kritik.

Für alle anderen Fahrzeuge müssen außerdem außerhalb des Zentrums, also in Gebührenzone II, nur noch bis 18 Uhr Tickets gezogen werden (bisher 20 Uhr). In der City bleiben Zeiten und Tarife unverändert.

Das haben jetzt die Stadtverordneten mit der Mehrheit von SPD, Grünen, AfD sowie den Fraktionslosen Andreas Ernst und Dr. Bernd Hoppe beschlossen. Mit Wegfall der Gebühren für E-Autos im gesamten Bereich der Parkraumbewirtschaftung will die Stadt nach eigenen Angaben emissionsarme Antriebstechnologien fördern. Die Dauer des kostenlosen Parkens für E-Autos richte sich nach der jeweils maximal erlaubten Parkdauer, um das dauerhafte Blockieren von Kfz-Stellplätzen zu verhindern, berichtet ein Stadtsprecher auf Anfrage. Die Parkdauer sei mittels Parkscheibe kenntlich zu machen.

Als Säulen der neuen Parkgebührenordnung bezeichnete Sascha Gröling (SPD) die minutengerechte Abrechnung und die Förderung der E-Mobilität. Auch die AfD trug den Beschluss mit. Jedoch riet Sven Rene Dreyer dazu, dem „Notruf der Einzelhändler“ mehr Bedeutung zu schenken.

Dominique Kalb (CDU) sprach von einer „Entscheidung nach ideologischen Zielvorstellungen“. Sie komme der Forderung der Einzelhändler, auch im Zentrum die Gebührenerhöhung von 2014 zurückzunehmen, nicht nach.

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Kritik: Umstellung sei ein "Feigenblatt" 

Violetta Bock (Linke) lehnte die Umstellung ab. Die kleinen Geschenke, die gemacht würden, gingen in die falsche Richtung. Nein sagte auch Matthias Nölke, der Fraktionschef von FDP, Freien Wählern und Piraten. Er vermisste günstigere Tarife in der City, Brötchentaste und Handwerkerausweis. Die Umstellung sei nur ein „Feigenblatt“ mit dem Rot-Grün belege, überhaupt etwas getan zu haben.

Grünen-Fraktionschef Dieter Beig warnte Christdemokrat Kalb davor, alles schlecht zu reden und dieses Signal von Kassel auszusenden. Kalb konterte: „Nicht die sind das Problem, die das Problem ansprechen, sondern die, die das Problem verursachen.“

Verkehrs- und Ordnungsdezernent Dirk Stochla (SPD) betonte, die Parkgebühren in Kassel seien im Vergleich zu anderen Städten „auf einem ganz normalen Niveau“. Die Umstellung werde die Autofahrer um 400.000 Euro entlasten. Nur 876 oberirdische Parkplätze liegen in Gebührenzone I, insgesamt sind es 4252 Stellplätze im Zentrum.

Dieses Video ist ein Inhalt der Videoplattform Glomex und wurde nicht von der HNA erstellt.

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