GWG verlangt an Otto-Fuhr-Straße jetzt 25 Euro pro Monat

Parken nur noch gegen Miete

Rustam Layshev
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Er ärgert sich über die Mietforderung der GWG: Rustam Layshev steht vor den Parkplätzen, für die die Wohnungsbaugesellschaft jetzt 25 Euro pro Monat verlangt. 

Die GWG verlangt neuerdings 25 Euro Miete für die Parkplätze in der Otto-Fuhr-Straße in Niederzwehren. Das ärgert einige Bewohner.

Kassel - Seit 13 Jahren wohnt Rustam Layshev mit seiner Familie in einer Wohnung der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft GWG an der Otto-Fuhr-Straße in Niederzwehren. Im Februar bekam Layshev einen Brief von seinem Vermieter. Darin hieß es, dass er künftig für die Parkplätze vor dem Haus auf dem Grundstück der GWG Miete zahlen soll.

Nach Überprüfung der Parksituation vor Ort beabsichtige man, die vorhandenen Abstellflächen im Bereich der Otto-Fuhr-Straße 2 bis 4 sowie der Otto-Fuhr-Straße 9 bis 17 für die allgemeine Nutzung zu sperren, und alle vorhandenen Stellplätze zu vermieten, heißt es in dem Schreiben. Für 25 Euro pro Monat könnten die Bewohner einen Parkplatz mieten.

Eine Entscheidung der GWG, die Rustam Layshev und den meisten seiner Nachbarn in den Mehrfamilienhäusern nicht gefällt. Deshalb haben sie auch Unterschriften gesammelt und der GWG übergeben. Mit dem Ziel, dass die Parkplätze weiterhin unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden.

Da seine Familie zwei Autos habe, so Layshev, müsste er künftig 600 Euro für zwei Parkplätze pro Jahr zahlen. Da er das Geld für andere Ausgaben benötige, parke man die Autos jetzt an der Straße. Doch da sei oft kein Platz, weil das jetzt viele Mieter machen würden. Dafür seien die meisten GWG-Parkplätze frei. Er fragt sich, wo künftig Besucher, Handwerker und Pflegedienste parken sollen. Und Layshev fragt sich auch, warum die GWG die Parkplätze nicht zu denselben Konditionen wie die Stadt die Anwohnerparkausweise zur Verfügung stellt. Die kosteten nur 30 bis 40 Euro pro Jahr.

Peter Ley, Geschäftsführer der GWG, verteidigt die Entscheidung der Wohnungsbaugesellschaft. „Es ist heute zunehmend die Ausnahme, dass Autos sowohl auf öffentlichen als auch privaten Grundstücken kostenlos parken können.“ In der Vergangenheit habe es oft Ärger gegeben, wenn Autos GWG- Parkplätze blockiert hätten, deren Halter dort nicht wohnten, und GWG-Kunden dann keinen Parkplatz mehr hätten finden können. Daher habe man sich entschieden, das Parken neu zu ordnen und die Plätze zu vermieten.

„Wir gehen bei der Miete für Stellplätze mit Augenmaß vor“, so Ley. Bewohner, die sich die Parkgebühr zwischen 20 und 25 Euro nicht leisten könnten, hätten die Möglichkeit, einen Parkplatz zu einer reduzierten Miete oder auch kostenlos zu nutzen. Dafür prüfe die GWG den Einzelfall mit Blick auf die Einkommenssituation der Mieter.

Mit den Mehreinnahmen durch die Parkplätze finanziere die GWG zusätzliche Wohnumfeldmaßnahmen, wie zum Beispiel den Bau von Kinderspielplätzen oder barrierefreien Hauszugängen.

Der GWG-Chef merkt an, dass die Vermietung von Pkw-Stellplätzen auch nichts Neues sei. Bereits vor Jahren habe man zum Beispiel auf dem Rothenberg Parkplätze vermietet. „Nach anfänglicher Zurückhaltung sind jetzt alle Plätze vermietet, und es gibt eine Warteliste.“

Bei der Debatte verweist Ley auch auf die Klimaschutzziele der Stadt Kassel. In einer seiner jüngsten Sitzungen habe der Klimaschutzrat unter anderem die Erhöhung der Gebühren für Parkplätze in der Stadt Kassel gefordert. (Ulrike Pflüger-Scherb)

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