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Parkgebühren im Bergpark: Vor allem für Kasseler ungewohnt

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Von: Thomas Siemon

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Der Bergpark-Pavillon auf dem Parkplatz im Bergpark Wilhelmshöhe, im Hintergrund Autos auf dem Parkplatz unterhalb vom Schloss Wilhelmshöhe.
Nur wenige Stellplätze belegt: So sah es Montag, 3. Mai 2022, am ersten Wochentag mit Parkgebühren auf dem Gelände des Parkplatzes Wilhelmshöhe aus. Links im Bild der Kiosk. © Thomas Siemon

Die neu eingeführten Parkgebühren im Bergpark Wilhelmshöhe sorgen für Diskussionen. Wir waren vor Ort.

Kassel - Die Sonne scheint, es sind angenehme Temperaturen am späten Montagvormittag. Eigentlich müsste auf dem Parkplatz Wilhelmshöhe oberhalb der Endhaltestelle der Straßenbahn mehr los sein. Genau 19 Autos stehen auf dem großen Gelände, mit dem 20. fährt Bernd Holzapfel vor. „Wie? Das kostet hier jetzt was?“, fragt er ungläubig und schüttelt den Kopf. Er sei häufiger mit seiner Frau im Bergpark, sagt der 66-Jährige aus Baunatal.

Die erste Reaktion auf die Parkgebühren, die seit Montag auch an allen Tagen ohne Wasserspiele gelten: „Das ist eine Frechheit.“ Doch dann überlegt er kurz. Denn eigentlich kenne er das auch aus anderen Städten und von anderen besonders attraktiven Ausflugszielen. „Neu ist es, einfach ungewohnt, das trifft es besser“, sagt er.

Dursun Aksu Besucher des Bergparks
Dursun Aksu Besucher des Bergparks © Thomas Siemon

In der Tat hatten sich die Kasseler über Jahrzehnte daran gewöhnt, dass die öffentlichen Parkplätze am Rande des Bergparks kostenlos nutzbar sind. Zumindest an Tagen ohne Wasserspiele. Das ist jetzt anders. Seit dem 2. Mai kostet es eine Mindestgebühr von zwei Euro für zwei Stunden. Danach sind die Gebühren – eine halbe Stunde ist frei – bis zum Tagesticket für fünf Euro gestaffelt.

Die Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) als Hausherr im Bergpark begründet das mit gestiegenen Kosten für die Parkpflege. „Das sind doch nur Ausreden“, sagt Dursun Aksu aus Kassel. Der 57-Jährige hat gerade auch festgestellt, dass er ein Parkticket ziehen soll. Zunächst einmal solle die Verwaltung sparsam mit dem vorhandenen Geld umgehen, ehe man die Besucher zur Kasse bitte, findet er.

Auffällig ist, dass es im Gegensatz zu vielen innerstädtischen Parkplätzen im Bergpark keine Sonderregelungen für Elektroautos gibt. Die Befreiung von den Parkgebühren sei in der Stadt auch nicht auf Dauer angelegt, sagt MHK-Sprecherin Lena Pralle. Deshalb verzichte man darauf und müsse so später weder Automaten noch Beschilderung mit neuen Informationen versehen.

Bernd Holzapfel Besucher des Bergparks
Bernd Holzapfel Besucher des Bergparks © Thomas Siemon

Viele negative Rückmeldungen zur Bewirtschaftung der Parkplätze seien bei ihr bislang nicht angekommen. Bei den ersten Wasserspielen seit der Corona-Pause sei am Sonntag der Andrang zu verkraften gewesen. Bei trübem Wetter habe es zwar Staus gegeben, aber keine wirklich langen Wartezeiten. Die MHK-Sprecherin kündigte an, dass es entlang der Tulpenallee demnächst verstärkte Kontrollen geben werde. Hier sei trotz des Halteverbots am Fahrbahnrand geparkt worden. (Thomas Siemon)

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