Fahrer sollen umdenken

Schon heute sind Parkhäuser nicht immer teurer als Plätze an der Straße

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Platz für fast 1000 Autos unter der Erde: Die Ausfahrt der Tiefgarage Friedrichsplatz bei der documenta-Halle.

Kassel. An der Straße wird das Parken teurer als im privatgeführten Parkhaus – die veränderte Lage ab Herbst wird motorisierten Kunden in der Innenstadt einiges Umdenken abverlangen.

Die Gemeinschaft der City-Kaufleute geht davon aus, dass es eine Weile dauern wird, bis die Stadtbesucher aus dem Großraum Kassel in großem Stil ihre Parkgewohnheiten geändert haben. „Viele glauben, dass Parkhäuser in jedem Fall teurer sind. Das stimmt aber schon heute nicht“, sagt Vorstandsmitglied und Kaufhof-Chefin Brigitte Kritzner.

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Ihr Warenhaus verfügt über ein Parkhaus mit 255 Stellplätzen. Nutzer, die im Haus für mindestens 5 Euro eingekauft haben, bekommen einen Sondertarif, der unterhalb der städtischen Parkgebühr liegt. Doch auch Nichtkunden können dort parken – zurzeit etwas teurer, künftig billiger als auf städtischen Flächen.

Nach der Gebührenerhöhung für diese Plätze könnten die privaten Parkraumanbieter ihren Wettbewerbsvorteil voll ausspielen, sagt Kritzner: Auf insgesamt 2500 solcher Parkflächen im Innenstadtkern stünden die Autos wettergeschützt und bewacht. Für Nutzer bedeute das „mehr Qualität für weniger Geld“. Gerhard Jochinger, Vorsitzender der City-Kaufleute und Geschäftsführer der Kasseler Parkhausgesellschaft, erwartet eine künftig höhere Auslastung der Parkhäuser und Tiefgaragen.

Viele, die bislang – aus welchen Gründen auch immer – Vorbehalte gegen solche Autobunker hätten, würden die Sache wegen des Preisvorteils künftig wohl neu bewerten. In Kassel sind Parkhäuser laut Jochinger „eine relativ junge Erscheinung“, da der Parkdruck lange Zeit nicht so hoch gewesen sei wie in anderen, ähnlich großen Städten. Da sich dies zusehends ändere, sei nach fast zwei Jahrzehnten auch die städtische Parkgebührenanhebung nachvollziehbar, sagt Jochinger.

Im gleichen Zeitraum habe die KVG gleich mehrmals ihre Fahrpreise erhöht. Vom neuen Preisgefüge zwischen städtischem und privatem Parkraum könnten Autofahrer profitieren, „die clever sind und sich die günstigsten Angebote suchen“. Die meisten Garagenbetreiber böten Bonus- und Rabattsysteme oder gebührenfreie Zeiten an. Falls mehr Fahrer die Parkhäuser nutzen, ginge der Stadt kaum Gebührengeld verloren.

Denn sie hält einen 50- Prozent-Anteil an der Parkhausgesellschaft, die neben der Tiefgarage Friedrichsplatz mehrere weitere Parkhäuser betreibt. Die anderen 50 Prozent hält die Jochinger Bauconsulting und Projektmanagement GmbH.

Von Axel Schwarz

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