Parkhaus am Garde-du-Corps-Platz: Vorerst bleibt der Schandfleck

Parkhaus Garde-du-Corps-Platz vom Königstor (unten im Bild) aus gesehen: Links die Fünffensterstraße, rechts die Friedrichsstraße. Die Zukunft des dringend sanierungsbedürftigen Gebäudes, das seit Jahren als Schandfleck gilt, ist weiterhin unklar. Foto: Malmus

Kassel. Die Zukunft des sanierungsbedürftigen Parkhauses am Garde-du-Corps-Platz in der Innenstadt ist weiterhin unklar. Bevor im Rathaus über die Nutzung des Grundstücks zwischen Fünffenster- und Friedrichsstraße entschieden werde, soll das neue Innenstadt-Konzept abgewartet werden.

Das sagt Kassels Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne). Das Konzept soll Mitte dieses Jahres vorliegen. Man erwarte Aufschluss darüber, ob die Zahl der Parkplätze in der Innenstadt ausreichend ist oder ob es mehr Stellplätze als nötig gebe, erklärte Nolda in der jüngsten Sitzung des Stadtverordneten-Ausschusses für Stadtentwicklung, Mobilität und Verkehr. Davon sei abhängig, wie es mit dem Parkhaus weitergehen soll.

Der 40 Jahre alte Betonbau war wegen schmaler Parkplätze, enger, gefährlicher Rampen, hoher Bordsteine und düsterer Atmosphäre beim HNA-Parkhaustest 2011 glatt durchgefallen. „Sehr mangelhaft“, urteilte der ADAC über das Haus mit 360 Stellplätzen.

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Vor der documenta 13 in 2012 wurden lediglich einige Anstriche erneuert. Doch durch das undichte oberste Parkdeck läuft weiterhin Wasser ins Haus und sorgt für Schäden. Das städtische Parkhaus sei „ein krankes Objekt“ und in höchstem Maße sanierungsbedürftig, urteilte Gerhard Jochinger, Geschäftsführer der städtischen Parkhausgesellschaft, bereits Ende 2012. Der erfahrene Projektentwickler schlug vor, um das in die Jahre gekommene Parkhaus herum ein attraktives Wohn- und Geschäftshaus in bester Innenstadtlage zu errichten. Wirtschaftlich würde ein solcher Erweiterungsbau, wenn das vorhandene zweistöckige Parkhausgebäude einbezogen werden könne.

Doch dazu müsste die Bausubstanz in Ordnung sein. Je länger gewartet wird, desto mehr leidet der Beton durch das eindringende Wasser. Auch der Stadtbaurat sieht den „kritischen Zustand der Bausubstanz“. Das Parkhaus sei zwar in schlechtem Zustand, aber noch funktionsfähig, betont Nolda. Es gebe auch bereits Anfragen für das Grundstück, das die Stadt verkaufen möchte. Doch die Ergebnisse der Innenstadt-Untersuchung sollen auf jeden Fall abgewartet werden. Im Dezember 2012 hatte Nolda angekündigt, dass die Stadt in diesem Jahr ein qualifiziertes Vergabeverfahren für das Parkhaus-Grundstück starten werde.

Hintergrund: Parkhaus könnte Wohn- und Geschäftshaus werden

Die Idee für die Umgestaltung des städtischen Parkhauses am Garde-du-Corps-Platz stammt von Gerhard Jochinger. Er ist Geschäftsführer der städtischen Parkhausgesellschaft und mit seiner Bauconsulting und Projektmanagement GmbH zur Hälfte an der städtischen Gesellschaft beteiligt. Jochinger schlägt vor, ein neues Gebäude um den Parkhaus-Kern herum zu errichten. Die Zufahrt zu den Parkplätzen würde dann nur noch über die Friedrichsstraße möglich sein. An der Fünffensterstraße könnten im Erdgeschoss des Erweiterungsbaus Läden geschaffen werden. Von außen wäre das Gebäude dann nicht mehr als Parkhaus zu erkennen. Zur Friedrichsstraße nach Südwesten hin könnten Wohnungen, Ateliers und Büros entstehen. Ein grüner Innenhof und Dachterrassen für die Wohnungen sind ebenfalls vorgesehen. Auf ein Drittel der jetzt vorhandenen 360 Parkplätze müsste verzichtet werden, aber 240 dann mindestens 2,50 Meter breite, bequem zu nutzende Parkplätze könnten am Standort erhalten werden.

Was die Verwandlung des heruntergekommenen Parkhauses in ein attraktives Wohn- und Geschäftshaus in bester Innenstadtlage kostet, ist noch nicht genau beziffert. Die Baukosten dürften im niedrigen einstelligen Millionenbereich liegen. (ach)

Von Jörg Steinbach

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