Parken am Klinikum

Enges Klinikum-Parkhaus: Wer ein größeres Auto fährt, ist oftmals verloren

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Platz für 356 Wagen: Seit 2007 können Besucher des Klinikums Kassel ihre Fahrzeuge im Besucherparkhaus oberhalb des DRK-Blutspendedienstes in der Mönchebergstraße abstellen. 

Das Parkhaus am Klinikum Kassel ist sehr eng - Bagatellschäden an Autos kommen vor. Wir haben uns dort einmal umgeschaut.

Eilig sollte man es nicht haben, wenn man ins Besucher-Parkhaus am Klinikum Kassel fährt. Wer in dem Gebäude mit 356 Parkplätzen einen kurzen Augenblick nicht acht gibt, hat schnell einen Pfeiler oder einen anderen Wagen gestreift und sich eine Schramme im Lack geholt.

„Größere Unfälle gab es hier bislang nicht“, sagt Klaus Lindner vom Immobilienmanagement Ökomed. Die Servicegesellschaft ist unter anderem Betreiber der Parkhäuser bei der Gesundheit Nordhessen. „Bagatellschäden kommen aber vor.“ Wir waren vor Ort und haben uns die Knackpunkte im Parkhaus angeschaut.

Die Einfahrt zum Parkhaus - kritisch, wenn mehrere gleichzeitig einfahren wollen

Genau ein Wagen kann in der Einfahrt vor der Schranke halten, damit der Fahrer ein Ticket ziehen kann – mehr nicht. Kritisch wird es deshalb dann, wenn mehrere Wagen ins Parkhaus wollen, es entsteht Rückstau auf der Straße. Noch kritischer wird es, wenn die Straßenbahn an der Haltestelle Simmershäuser Straße hält. Autos können nicht überholen, der Stau wird länger. Nicht selten werden Fahrer, die ins Parkhaus wollen, ungeduldig. Wie vor Ort gesehen, überholen sie dann auch mal den gesamten Stau.

Die Ausfahrt des Parkhauses - enge Kurve muss gemeistert werden

So ist es richtig: Staut es sich bei der Ausfahrt, sollten Autofahrer Platz für einfahrende Fahrzeuge lassen.

Auch hier gibt es Probleme: Wer aus dem Parkhaus will, kommt denjenigen in die Quere, die ins Parkhaus reinwollen. Wollen mehrere Autos das Parkhaus verlassen, entsteht Rückstau im Gebäude, zum Teil auf der Abfahrt.

Hinzu kommt, dass der Winkel von der Abfahrt zur Ausfahrt nicht sehr groß ist. Schafft ein Autofahrer diese Kurve nicht, muss er noch einmal zurücksetzen – und landet dann wieder in der Einfahrt. Direkt neben der Ausfahrt gibt es den Fußgängerweg und Poller. Und noch einen weiteren hinter der Ausfahrt. Das Ganze ist also eine enge Kiste.

Auf- und Abfahrt - auch hier sind die Kurven sehr eng

Hier wird es eng: Die Kurve im Erdgeschoss zu den Auf- und Abfahrten.

Auch hier schafft es nicht jeder Wagen unbeschadet um die Kurve. Man kann aber die Kurve kriegen, sogar mit einem großen Auto, wie eine Frau am Steuer eines Land Rovers es vormacht. Zudem muss man vor allem im Erdgeschoss auf Fußgänger achten. Hinzu kommt, dass die Auf- und Abfahrten auf den Ebenen nebeneinander liegen. „Man sieht schlecht, wer kommt“, sagt eine Frau. „Sonst geht’s.“

Das sagt die Gesundheit Nordhessen zum Parkhaus

Karsten Sokoll, Geschäftsführer von Ökomed, betont, dass das Gebäude allen Normen entspreche und bei Planung und Bau alle Verordnungen des Landes Hessen eingehalten worden seien. „Sonst hätten wir gar nicht erst eine Baugenehmigung gekriegt.“ Beschwerden über die Ein- und Ausfahrt gebe es, räumt er ein.

Lindner betont aber die besondere Situation: Ein Besuch im Krankenhaus sei nicht mit einem Einkauf zu vergleichen. Die Menschen seien viel aufgeregter und gestresster, wenn sie herkommen. Für Menschen, die krank sind, biete man eine Aussteigemöglichkeit direkt vor dem Haupteingang des Klinikums, sagt Sokoll.

Das Parkhaus sei mit dem Ziel, Besuchern möglichst viele Parkplätze anzubieten, errichtet worden, sagt Lindner. „Wer ins Klinikum will, findet immer einen Parkplatz.“ Noch nie sei das Parkhaus ausgelastet gewesen, der gesamte Weg vom Parkhaus zum Klinikum ist zudem barrierefrei, es gibt Behindertenparkplätze sowie videoüberwachte Parkplätze für Frauen. „Andere Kliniken haben gar kein Parkhaus. Da müssen Besucher an der Straße parken“, sagt Lindner.

Das sagt das Bauunternehmen

Das Bauunternehmen Goldbeck mit Sitz in Bielefeld war für den Bau sowohl des Besucher- als auch des Mitarbeiterparkhauses verantwortlich. Im letzteren verlaufe alles problemlos, sagt Pressesprecher Jan Majer-Leonhard. „Das Interessante: Von den Abmessungen her sind beide Parkhäuser identisch.“ Das betreffe etwa die Größe der Stellflächen sowie Breite und Gefälle der Abfahrten. Das Besucherparkhaus geplant habe ein externes Architektenbüro aus Kassel, als Goldbeck die Realisierung übernommen hat, sei das Gebäude fertig geplant und genehmigt gewesen. "Wir haben dann Änderungen vorgenommen, damit das Parkhaus überhaupt in Betrieb gehen konnte", sagt Majer-Leonhard. 

Weiterhin habe vieles mit Psychologie zu tun, so Majer-Leonhard. Weil Autofahrer auf den Ebenen rechtsrum fahren müssen, fühle sich die Rampe enger an. Die Stellplätze seien mit 2,5 Meter Breite über dem Mindestmaß (2,3 Meter) in der Garagenverordnung. Ein Rückstau auf der Straße könne nicht verhindert werden, da die Grundfläche sehr klein und damit die Außenfläche sehr beschränkt sei.

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