200 Sportler trafen sich auf dem Uni-Campus

Parkour-Sportler zeigten spektakuläre Sprünge beim Hello Summer Jam in Kassel 

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Sprung über Kopf: Etienne Paff aus Essen zeigt sein Können an der neuen Treppe vor der Zentralmensa auf dem Campus am Holländischen Platz.

Kassel. Spektakuläre Sprünge und jede Menge Training: Über 200 Parkour-Sportler trafen sich am Wochenende zum "Hello Summer Jam" in Kassel.  

Es sieht leichtfüßig und zugleich spektakulär aus, wenn die Jugendlichen auf dem Campus am Holländischen Platz verschiedene Sprünge, Tricks und Salti trainieren. „Das Beste am Parkour-Sport ist, dass man nichts braucht und einfach überall damit anfangen kann“, sagt Marc Busch.

Der 25-Jährige aus Frankfurt trainiert bereits seit zehn Jahren und ist noch immer begeistert bei der Sache. Die unzähligen Orte, an denen man trainieren kann, lassen Parkour nie langweilig werden. Damals ist er durch das Internet zu dem Sport gekommen, der zum einen hartes körperliches Training, aber zum anderen auch Geschick erfordert. Gemeinsam mit einem Freund habe er sich Parkour-Videos im Netz angesehen und es dann selbst ausprobiert.

Beim „Hello Summer Jam“, das in diesem Jahr bereits zum achten Mal in Kassel stattfindet, war er bereits mehrfach. 200 Parkour-Begeisterte zwischen 14 und 30 Jahren waren an diesem Wochenende zu Gast in der Freestyle-Halle im Wesertor. Die Teilnehmer des Camps kommen aus ganz Deutschland, einige sogar aus Schweden und Dänemark.

Marc Busch. 

„Die Parkour-Szene ist eine große Gemeinschaft“, sagt Dennis Schorpp, der gemeinsam mit 25 anderen das Event in Kassel organisiert hat. Schorpp ist ebenfalls seit zehn Jahren in der Parkour-Szene aktiv, die in Kassel gut 350 Sportler umfasst.

Besonders beliebte Spots, so werden die Trainingsorte bezeichnet, sind in Kassel: die Treppenstraße, die Flächen am Staatstheater, am Weinberg, am Unicampus am Holländischen Platz und das Ehrenmal in der Karlsaue.

„Wir raten den Jugendlichen, fangt draußen an“, sagt Schorpp, der als Erzieher tätig ist und damit sein Hobby teilweise auch zum Beruf gemacht hat. „Wer draußen trainiert, der hat mehr Respekt, weil dort schneller etwas passieren kann, als in der Halle, wo fast überall Matten ausgelegt sind“, sagt der 27-Jährige. Ernsthaft verletzt hat sich Schorpp beim Parkour bislang nicht. Man müsse die eigenen Grenzen gut kennen. Zudem käme es auch auf Präzision an, auch Körperbeherrschung sei besonders wichtig. Der ursprüngliche Sinn von Parkour sei die Fortbewegungskunst und nicht der Trendsport für Adrenalinjunkies.

Dennis Schorpp. 

Trotzdem antwortet eine Gruppe 14-Jähriger auf die Frage, was den besonderen Reiz an diesem Sport ausmacht: „Der Adrenalinkick.“ Natürlich gehöre das auch dazu, sagt Schorpp, aber es geht eben auch um Effizienz – nämlich den kürzesten Weg, zum Ziel zu finden. Wie es den 14-Jährigen, die in diesem Jahr zum ersten Mal beim „Hello Summer Jam“ dabei sind, gefällt? Richtig cool und echt nice – da sind sie sich einig.

In der Freestyle-Halle im Wesertor wird seit einigen Monaten auch an einer Indoor-Parkour-Anlage gebaut. Hierbei handelt es sich um ein Partizipationsprojekt, das heißt, dass die Jugendlichen das Projekt unter Anleitung selbst gestalten. Gefördert wird „Freevent“ auch vom Hessischen Ministerium für Soziales.

Was ist Parkour?

• Parkour: Parkour ist eine unter anderem von dem Franzosen David Belle gegründete Sportart, bei der der Teilnehmer – der Traceur (französisch: „der den Weg ebnet“) – unter Überwindung aller Hindernisse den kürzesten oder effizientesten Weg von A zum selbst gewählten Ziel B nimmt. Parkour wird vor allem in Städten praktiziert.

• Freerunning: Freerunning ist eine Disziplin, deren Techniken sich teilweise mit denen von Parkour überschneiden. Dabei soll die Bewegung nicht Mittel zum Zweck sein (eine bestimmte Strecke zurückzulegen), sondern Selbstzweck. Der Grundsatz von Parkour, die Effizienz, steht nicht im Vordergrund. Oftmals bieten akrobatische Bewegungen Anregung.

• Tricking: Tricking (Martial Arts Tricking) stammt aus den USA und ist aus verschiedenen Kampfsportarten aber auch aus Breakdance und Gymnastik entstanden. Das Ziel ist es, immer neue Tricks zu erlernen und sie in einer Kombination mit anderen Tricks auszuführen, um einen möglichst beeindruckenden Bewegungsablauf vorführen zu können.

Trainingsmöglichkeiten und Angebote für Parkour gibt es in den vielen Sportvereinen im gesamten Stadtgebiet. 

Weitere Infos auf www.freestylehallekassel.de. oder auch per Mail an dennis.schorpp@icloud.com

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