Parkplätze bleiben vorerst

Aus dem Umbau des Entenangers wird auch in den nächsten Jahren nichts

124 Parkplätze mit etwas Grün: Der Entenanger im Kasseler Stadtzentrum. Aus dem seit 15 Jahren ins Auge gefassten Umbau des Platzes wird auch in den kommenden Jahren nichts. Die Stadt hat kein Geld und erneuert jetzt erst mal die Königsstraße. Foto: Koch

Kassel. Der Entenanger in der Stadtmitte wird auch in den nächsten Jahren so bleiben, wie er ist. Für die geplante Umgestaltung des Platzes, deren Kosten auf etwa 1,8 Millionen Euro geschätzt werden, hat die Stadt derzeit kein Geld.

Für den Entenanger-Umbau gebe es keine Dringlichkeit, berichtete Kassels Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) im Stadtverordneten-Ausschuss für Stadtentwicklung, Mobilität und Verkehr. Straßen und Parkflächen im Bereich Entenanger seien noch in Ordnung, und es gebe in der Stadt andere Bereiche, „die es nötiger hätten“, sagte Nolda.

Die geplante Sanierung und der Umbau der Königsstraße in der Kasseler Innenstadt hätten jetzt Vorrang, erklärte der Stadtbaurat. Auch die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Kassel (GWG), die mehrere Mietshäuser am Entenanger hat, sei derzeit in diesem Bestand nicht aktiv.

Seit vielen Jahren (siehe Chronik) haben die Planer ein Auge auf die „Neue Altstadt“, zu der auch die Quartiere rund um den Entenanger zählen. Dort gibt es viele alte Wohnhäuser aus den 1950er-Jahren mit Wohnungen, die heute zu klein, aber trotzdem sehr gefragt sind. In den Kleinstwohnungen leben viele ältere Menschen sowie Studenten, die die Nähe zum Uni-Campus am Holländischen Platz schätzen.

Die Pläne der Stadt, auf dem Entenanger die große Zahl der Autoparkplätze zu verringern und stattdessen für mehr Grün und Platz zum Flanieren zu sorgen, wurden von Anwohnern und den Inhabern der Geschäfte im Quartier sowie den Beschickern der Markthalle rundweg abgelehnt.

Was jetzt aus der 36 000 Euro teuren Wettbewerbsplanung aus dem Jahr 2009 werden soll, ist unklar. Fachleute gehen davon aus, dass die Planung in wenigen weiteren Jahren überholt und unbrauchbar sein dürfte.

Hintergrund: In 15 Jahren nichts geschehen

So könnte der Entenanger nach dem Umbau aussehen: Die Studie von Architekt Gunter Fischer stammt aus dem Jahr 2009. Nur 60 von 124 Parkplätzen würden übrig bleiben. Repro: HNA

Seit 15 Jahren wird über die Umgestaltung des Entenangers diskutiert. Der Parkplatz mit etwas Grün zwischen Renthof, Markthalle und Königsplatz sollte zu einem attraktiven Innenstadtquartier aufgewertet werden. 2000 kündigte der damalige Stadtbaurat Bernd Streitberger den Umbau des Platzes zu einer Perle im Stadtbild an mit mehr Freiflächen, attraktiveren Straßenräumen und Wohnhäusern. Doch geschehen ist bisher nichts. 2009 legte die Stadt nach einem Wettbewerb ein Umbaukonzept vor. Doch die Pläne des Bonner Landschaftsarchitekten Gunter Fischer stießen auf den erbitterten Widerstand von Anwohnern und Geschäftsleuten, die Abstellmöglichkeiten für Autos und Umsätze in Gefahr sahen. 2010 wurde der Entwurf überarbeitet - nach dem Umbau sollten 60 statt nur 40 der jetzt insgesamt 124 Stellplätze übrig bleiben. Auch diese Pläne landeten in der Schublade.

Von Jörg Steinbach

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